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08.12.2007 
Interview mit Gregor Broschinski, Bremer Landesbank

„Vermögen soll Freude machen“

von Dieter Hintermeier

Der Leiter „Private Banking“ der Bremer Landesbank spricht im Interview über vermeintliche Schnäppchen aus den USA, seine Sympathie für Oldtimer-Fans und warum seine Bank trotzdem eher selten Kredite an Oldtimer-Käufer vergibt

Gregor Broschinski ist beeindruckt von den Oldtimer-Sammlungen seiner Kunden. Foto: Bremer LandesbankLupe

Gregor Broschinski ist beeindruckt von den Oldtimer-Sammlungen seiner Kunden. Foto: Bremer Landesbank

Handelsblatt: Müssen Anleger, die Oldtimer als Investment betrachten, nicht ein bisschen verrückt sein?

Gregor Broschinksi: Nein, Oldtimer genießen eine hohe Akzeptanz und Sympathie. Neben der Freude an Oldtimern haben diese in vielen Segmenten eine beeindruckende Wertentwicklung in den letzten Jahren erfahren.

Sie stehen solchen Investments also aufgeschlossen gegenüber?

Grundsätzlich ja. Vermögen soll schließlich Freude machen. Wenn das Gesamtvermögen und die Vermögensstruktur dafür sprechen und dazu die notwendige Liebhaberei kommt, spricht nichts gegen einen Oldtimer – auch als Vermögensanlage.

Wie genau kann eine Bank den Oldtimer-Markt einschätzen?

Wir sind als Bank keine Experten für Oldtimer. Viele unserer Kunden besitzen aber sehr beeindruckende Oldtimersammlungen und die notwendigen Kontakte. Wenn sich Kunden für das Thema Oldtimer interessieren und uns um Rat fragen, dann nutzen wir unsere bestehenden Kundenkontakte und können durchaus Experten für das Thema empfehlen.

Können Sie eine genaue Renditeerwartung abgeben?

Nein, die können wir nicht nennen, Vergangenheitswerte hingegen schon. Kernfaktoren sind eine exzellente Qualität sowie die Seltenheit des Fahrzeugs.

Mit welchen anderen Investments ist der Kauf eines Oldtimers vergleichbar?

Auf jedem Fall nicht mit dem Kauf eines Wertpapiers. Eher schon mit dem Kauf von Kunst oder von Rennpferden. Der Unterhalt kostet Geld, macht aber Freude. Und wenn die Qualität beim Kauf gestimmt hat, dann kann der Wert auch deutlich steigen.

Wo liegen die Risiken beim Oldtimer-Investment?

Das höchste Risiko besteht darin, ein Schnäppchen kaufen zu wollen. Enttäuschung gibt es oft bei vermeintlich günstigen Importen aus den USA im Youngtimersegment wie etwa den Mercedes W 107 Cabriolet. Die Autos sind auf den ersten Blick oft gut, aber oft miserabel restauriert und müssen dann teuer nachgearbeitet werden. Daher gilt: Ohne professionelle Betreuung keinen Oldtimer kaufen.

. . . und wo die Vorteile?

Der Vorteil ist sicherlich in der Investition in eine alternative Anlageklasse zu sehen, die nicht mit den Wertpapiermärkten korreliert. Die laufende Rendite ist aber negativ. Nur ein erwarteter Wertzuwachs und die Liebhaberei rechtfertigen letztendlich die Investition. Da das Interesse an Oldtimern aber weltweit steigt und immer mehr Vermögende auch in großen Märkten wie etwa Russland damit begonnen haben, in Oldtimer zu investieren, wird die „Ware Oldtimer“ natürlich immer knapper.

Finanzieren Sie als Bank lieber einen Neuwagen oder einen Oldtimer?

Als Bank würden wir für eine Finanzierung eher den Neuwagen bevorzugen. Aber ehrlich: Die Kunden, die in Oldtimer investieren, brauchen zumeist keinen Kredit von uns.

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