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12.01.2009 
Firmenanleihen

Fresenius testet Junk-Bond-Markt

von Andrea Cünnen und Maike Telgheder

Anderthalb Jahre lang hat sich kein europäisches Unternehmen mehr an den Markt für High-Yield-Anleihen getraut. Jetzt wagt der Gesundheitskonzern Fresenius einen Versuch. Für einen sechs Jahre laufenden Bond ist ein Zins von 10,5 Prozent im Gespräch.

FRANKFURT. Der Gesundheitskonzern Fresenius prescht am Markt für Junk-Bonds vor. Seit anderthalb Jahren hat kein europäisches Unternehmen mit Ratings im unsicheren Junk-Bereich mehr einen Bond begeben. Fresenius, dessen Bonität die Ratingagenturen mit Noten im Bereich Doppel-B zu den besseren unter den Non-Investment-Grade oder Junk-Schuldnern zählen, kündigte gestern eine sechsjährige Anleihe in Euro und Dollar an.

"Wenn die Anleihe bei Investoren gut ankommt, könnte dies ein dringend benötigter Startschuss für andere High-Yield-Emittenten sein", sagt Roman Gaiser, Fondsmanager für hochverzinsliche Unternehmensanleihen bei Threadneedle.

Mit der Anleihe wird Fresenius einen weiteren Teil der Kreditlinien von 1,3 Mrd. Dollar ablösen, die der Konzern zur Übernahme des US-Generikaherstellers APP Pharmaceuticals bekommen hatte. Von diesen Linien, die noch sechseinhalb Jahre gelten, hat der Konzern bereits die Hälfte über andere Finanzierungen abgelöst. "Wir haben keinen Druck bei der Refinanzierung, bei günstigen Konditionen könnten wir jedoch noch mehr aufnehmen als zur Ablösung der Brückenkredite nötig", betonte ein Fresenius-Sprecher.

In Marktkreisen wird damit gerechnet, dass die Euro-Tranche um die 250 Mio. Euro schwer wird. Dafür ist ein Zinsschein von 10,5 Prozent im Gespräch. Damit würde Fresenius einen satten Aufschlag im Vergleich zu ausstehenden Bonds zahlen. Die schon länger ausstehende 2016 fällige Anleihe des Konzerns hat einen Zinsschein von 5,5 Prozent und rentiert derzeit mit 6,6 Prozent. In der Finanzkrise sind die Kurse von Junk-Bonds besonders stark unter Druck gekommen und ihre Renditen im Gegenzug gestiegen.

Am Montag gab Fresenius einen Ausblick auf das laufende Jahr. Der Konzern will den Umsatz ohne Zukäufe um mindestens einen mittleren einstelligen Prozentsatz steigern. Der Jahresüberschuss soll währungsbereinigt noch stärker zulegen. Für 2008 hatte der Konzern eine Umsatzsteigerung von 9,5 bis 10,5 Prozent und einen währungsbereinigtes Wachstum des Jahresüberschusses von 10 bis 15 Prozent in Aussicht gestellt.

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