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25.10.2007 
Investmentidee

Investoren suchen Schutz

von Andrea Cünnen

Das Rekordnivau des Ölpreises, die steigenden Lebensmittelpreise und Warnungen von Zentralbankern vor Inflationsrisiken lassen Investoren zu Anleihen greifen, die einen Schutz vor Geldentwertung bieten. Für Anleger sind inflationsindexierte Anleihen immer dann ein gutes Geschäft, wenn die tatsächliche Inflation höher als erwartet ausfällt. Die tägliche Investmentidee auf Handelsblatt.com.

Raffinerie in Leuna: Der steigende Ölpreis ist ein Inflationstreiber. Foto: dpaLupe

Raffinerie in Leuna: Der steigende Ölpreis ist ein Inflationstreiber. Foto: dpa

FRANKFURT. So war die zweite inflationsindexierte Bundesanleihe, die am gestrigen Mittwoch auf den Markt kam, deutlich überzeichnet. Das Timing für den Bund sei gut gewählt, meint Darius Hinz, Zinsstratege bei der DZ Bank. Auch der italienische Stromversorger Terna profitierte von der Suche der Investoren nach Inflationsschutz. Der Versorger begab am Dienstag eine indexierte Anleihe über 500 Mill Euro, die mehr als doppelt überzeichnet war.

Inflationsindexierte Anleihen (kurz Linker) haben einen nur niedrigen realen Zinsschein (s. Tabelle). Dafür werden die Zins- und Tilgungszahlungen in der Regel ein Mal jährlich an die Inflationsrate angepasst. Als Maßstab gilt oft der harmonisierte Preisindex der Euro-Zone ohne Tabakwaren.


Tabelle  Infografik: Anleihen mit Inflationsschutz im Vergleich.


Für Anleger sind inflationsindexierte Anleihen dann ein gutes Geschäft, wenn die tatsächliche Inflation höher ausfällt, als sie der Markt erwartet hat. Gemessen wird dies an der sogenannten Break-Even-Rendite, also dem Renditeabstand zwischen indexierten und herkömmlichen Anleihen. Beim neuen fünfjährigen deutschen Linker lag die Break-Even-Rendite bei nur 2,06 Prozent. „Das ist für Anleger attraktiv“, sagt Gregor Beckmann, Zinsanalyst bei HSBC Trinkaus und Burkhard. So liege die Break-Even-Rendite bei einer vergleichbaren französischen Anleihe bei 2,19 Prozent und damit deutlich höher.


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Volkswirte rechnen nach einer aktuellen Befragung des Research-Instituts Consensus Economics damit, dass die Inflationsrate im Euro-Raum in diesem und dem kommenden Jahr bei zwei Prozent liegen wird. Zuletzt lag sie bei 2,1 Prozent. „Die Inflationserwartungen könnten in den kommenden Monaten aber anziehen“, meint Beckmann. Ein Grund sei auch, dass der EZB etwas die Hände gebunden seien. Im aktuellen Umfeld der unsicheren Finanzmärkte könne die Notenbank die Leitzinsen kaum erhöhen, um die Inflation einzudämmen. Bundesbank-Präsident Axel Weber hat in dieser Woche vor einem Anstieg der Inflationsrate auf bis zu drei Prozent bis zum Jahresende gewarnt.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Furcht vor Lohn-Preisspirale.

Inflationsindexierte Anleihen gibt es schon lange. Nach Daten von Barclays Capital hat der Markt ein Volumen von 1,4 Bill. Dollar. In Europa machte Großbritannien schon 1981 den Vorreiter mit Linkern, 1987 folgten die USA und später im Euro-Raum Frankreich Italien, Griechenland und Deutschland. Deutschland hat erst im vergangenen Jahr erstmals einen Linker begeben, der nach Aufstockungen ein Volumen von elf Mrd. Euro hat. Die Papiere waren in Deutschland lange Zeit kein Thema. Die Bundesbank fürchtete, dass inflationsindexierte Anleihen der öffentlichen Hand zu einer Akzeptanz von Indexierungen in der Lohnpolitik führten und es dadurch zu einer Lohn-Preisspirale komme. Diese Sorgen sind aber vom Tisch; Deutschland will regelmäßig Linker begeben. Bei Unternehmen sind die Papiere dagegen weniger verbreitet. Im Euro-Raum hat außer Terna hat nur der französische Versorger Veolia Environnement eine Anleihe mit Inflationsschutz auf den Markt gebracht.


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Für Privatanleger haben die Papiere einen steuerlichen Nachteil. Sie gelten als Finanzinnovationen, deshalb müssen stets auch Kursgewinne versteuert werden. Mit der Einführung der Abgeltungsteuer ab Januar 2009 entspannt sich die Lage etwas. Dann müssen die Papiere nur noch mit dem pauschalen Satz von 25 Prozent versteuert werden; das hilft Anlegern mit hohem Grenzsteuersatz, der bislang für die Besteuerung von Wertpapieren veranschlagt wird.

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