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25.02.2008 

Und so rät trotz der gestiegenen Renditen und Risikoaufschläge (Spreads) derzeit kaum jemand zum Einstieg in Junk-Bonds. Dafür ist die allgemeine Unsicherheit noch zu groß, und Experten fürchten weiter steigende Risikoprämien. Im Schnitt bieten Junk-Bonds inzwischen rund 730 Basispunkte (7,3 Prozentpunkte) mehr Rendite als sichere deutsche Bundesanleihen und damit so viel wie seit knapp vier Jahren nicht. Noch deutlicher sind zuletzt die Spreads auf Kreditderivate für Junk-Bonds in die Höhe geschnellt. Der Index „i-Traxx-Crossover“, der das Ausfallrisiko von 50 europäischen Firmen schwacher Bonität abbildet, kletterte vergangeneWoche auf das Rekordhoch von über 600 Basispunkten. Die Ausschläge bei den Derivaten belasten auch die Bonds am Kassamarkt.

„Am Markt gibt es einen Herdentrieb. Solange die Unsicherheit darüber anhält, wie stark sich die Krise im Finanzsektor auf die Realwirtschaft auswirkt, werden Investoren Junk-Bonds verkaufen und die Spreads steigen“, meint Winfried Gausselmann, Leiter des Kreditresearchs bei HSBC Investments Deutschland. Erst wenn die schlechten Nachrichten aus der Bankenwelt nachließen, könne sich die Lage beruhigen. Als frühesten Zeitpunkt dafür sieht Gausselmann das Frühjahr, wenn die Banken die testierten Jahresabschlüsse für 2007 und die Zahlen für das erste Quartal 2008 vorgelegt haben. Deutlich unter die aktuellen Niveaus werden die Spreads nach seiner Einschätzung mittelfristig aber nicht sinken, zumal eine leichte Abschwächung der Wirtschaft erwartet wird. „Investoren werden erst wieder in den Markt zurückkehren, wenn es mehr Klarheit über die Wirtschaftsentwicklung in den USA gibt“, meint auch Priyanka Malhotra, Kreditstrategin bei JP Morgan.

Zudem werden Junk-Bonds durch sogenannte Leveraged Loans belastet, also durch Kredite, die für Übernahmen vergeben und schnell an andere Banken oder Investoren wie Hedge-Fonds weiterverkauft werden. „Die Kredite sind meist besser besichert als die Anleihen, und die Investorengruppen überschneiden sich zum Teil“, erklärt Fondsmanager Gries. Deshalb verlangten Anleger bei Junk-Bonds höhere Zinsen, wenn der Markt für Leveraged Loans unter Druck komme.

Ein Schwachpunkt: Hedge-Fonds haben oft Kredite bei Banken aufgenommen, um Leveraged Loans oder variabel verzinste Junk-Bonds zu kaufen. Dabei sieht Gries einen Teufelskreis: „Wenn die Preise der Leveraged Loans im Zuge der allgemeinen Kreditkrise fallen, verlangen Banken höhere Sicherheiten für die Kredite, die sie an Hedge-Fonds oder Finanzinvestoren gegeben haben. Diese müssen dann Positionen in Leveraged Loans oder Junk-Bonds verkaufen, um an Geld zu kommen. Das verstärkt den Druck zusätzlich.“ Dies könne noch anhalten und so die Junk-Bonds noch länger belasten.

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