Die Probleme im amerikanischen Hypothekenmarkt greifen auch auf andere Finanzsektoren über. So hat die amerikanische Geldmanagement-Firma Sentinel Management Group Inc. die Vermögenswerte ihrer Kunden eingefroren. Sentinel verwaltet Gelder für Warenterminhändler und Hedge-Fonds. Der weltgrößte Warentermin- und Derivate-Börsenbetreiber in Chicago (CME) bezifferte die von Sentinel verwalteten Vermögenswerte auf 1,5 Milliarden Dollar (1,1 Mrd Euro).
Sentinel habe die Warenterminbehörde CFTC (Commodity Futures Trading Commission) benachrichtigt, dass die Gesellschaft zur Zeit keine zusätzlichen Investment-Mittel mehr annehmen und keine Rückzahlungen vornehmen werde. Nach einem Bericht der Online-Ausgabe des „Wall Street Journal“ vom Mittwoch hat Sentinel wegen „Panik“- Konditionen in den Märkten Kunden daran gehindert, Gelder aus ihren Barmittel-Konten abzuziehen. Sentinel habe den Kunden als Begründung mitgeteilt, dass die Gesellschaft Rückzahlungsforderungen nur nachkommen könne, wenn man Wertpapiere mit starken Abschlägen zum fairen Wert verkaufe und damit den Kunden unnötige Verluste verursache. Sentinel habe dazu keine Stellung genommen.
Inzwischen haben dutzende amerikanischer Hypothekenfirmen Insolvenzverfahren eingeleitet. Am Dienstag hatte sich die Hypothekenbank Aegis Mortgage unter den Schirm des US-Insolvenzrechts gestellt. Der Antrag auf Gläubigerschutz sei notwendig geworden, um den finanziellen Herausforderungen infolge des Absturzes am Markt für zweitklassige Hypotheken (Subprime) und des Immobilienmarktes in den USA zu begegnen, hieß es in der Mitteilung.
Die US-Hypothekenfirma Thornburg Mortgage Inc. (Santa Fe) hat unterdessen die Zahlung ihrer Quartalsdividende von 68 Cent je Aktie von Mitte August auf den 17. September verschoben. Thornburg-Aktien waren am New Yorker Aktienmarkt am Dienstag um fast 47 Prozent auf 7,61 Dollar eingebrochen. Die Gesellschaft begründete den Schritt mit dem anhaltenden Liquiditätsdruck in der Branche.
Investoren seien in den USA derweil zu Geldmarktfonds umgeschwenkt, um den Kursschwankungen bei Aktien und den festgefahrenen Anleihemärkten zu entkommen, schrieb die „New York Times“. In der vergangenen Woche seien 36 Milliarden Dollar in Geldmarkt-Fonds geflossen. Dies sei der größte Wechsel seit Dezember 2005 gewesen. Die Geldmarktfonds verwalten nach Darstellung der Zeitung mehr als 2,6 Billionen Dollar. Die Fonds würden den Anlegern als Bargeld-Äquivalent verkauft. Aber auch diese Fonds könnten hohe Verluste erleiden und damit Vermögenswerte beeinträchtigen.
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