0 Bewertungen
16.08.2007 

Die Probleme im amerikanischen Hypothekenmarkt greifen auch auf andere Finanzsektoren über. So hat die amerikanische Geldmanagement-Firma Sentinel Management Group Inc. die Vermögenswerte ihrer Kunden eingefroren. Sentinel verwaltet Gelder für Warenterminhändler und Hedge-Fonds. Der weltgrößte Warentermin- und Derivate-Börsenbetreiber in Chicago (CME) bezifferte die von Sentinel verwalteten Vermögenswerte auf 1,5 Milliarden Dollar (1,1 Mrd Euro).

Sentinel habe die Warenterminbehörde CFTC (Commodity Futures Trading Commission) benachrichtigt, dass die Gesellschaft zur Zeit keine zusätzlichen Investment-Mittel mehr annehmen und keine Rückzahlungen vornehmen werde. Nach einem Bericht der Online-Ausgabe des „Wall Street Journal“ vom Mittwoch hat Sentinel wegen „Panik“- Konditionen in den Märkten Kunden daran gehindert, Gelder aus ihren Barmittel-Konten abzuziehen. Sentinel habe den Kunden als Begründung mitgeteilt, dass die Gesellschaft Rückzahlungsforderungen nur nachkommen könne, wenn man Wertpapiere mit starken Abschlägen zum fairen Wert verkaufe und damit den Kunden unnötige Verluste verursache. Sentinel habe dazu keine Stellung genommen.

Inzwischen haben dutzende amerikanischer Hypothekenfirmen Insolvenzverfahren eingeleitet. Am Dienstag hatte sich die Hypothekenbank Aegis Mortgage unter den Schirm des US-Insolvenzrechts gestellt. Der Antrag auf Gläubigerschutz sei notwendig geworden, um den finanziellen Herausforderungen infolge des Absturzes am Markt für zweitklassige Hypotheken (Subprime) und des Immobilienmarktes in den USA zu begegnen, hieß es in der Mitteilung.

Die US-Hypothekenfirma Thornburg Mortgage Inc. (Santa Fe) hat unterdessen die Zahlung ihrer Quartalsdividende von 68 Cent je Aktie von Mitte August auf den 17. September verschoben. Thornburg-Aktien waren am New Yorker Aktienmarkt am Dienstag um fast 47 Prozent auf 7,61 Dollar eingebrochen. Die Gesellschaft begründete den Schritt mit dem anhaltenden Liquiditätsdruck in der Branche.

Investoren seien in den USA derweil zu Geldmarktfonds umgeschwenkt, um den Kursschwankungen bei Aktien und den festgefahrenen Anleihemärkten zu entkommen, schrieb die „New York Times“. In der vergangenen Woche seien 36 Milliarden Dollar in Geldmarkt-Fonds geflossen. Dies sei der größte Wechsel seit Dezember 2005 gewesen. Die Geldmarktfonds verwalten nach Darstellung der Zeitung mehr als 2,6 Billionen Dollar. Die Fonds würden den Anlegern als Bargeld-Äquivalent verkauft. Aber auch diese Fonds könnten hohe Verluste erleiden und damit Vermögenswerte beeinträchtigen.


» Aktienanalysen des Tages: Aktuelle Einstufungen und Kursziele


Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

Teure Zeche  Artikel in Merkliste

07.10.2008 von Carsten Herz

400 Euro ist keine Volkswagen-Aktie wert. Porsche kann das egal sein. Die irrationale Kursrally macht den Konzern noch reicher. In der Haut der Investoren, die gegen den Autobauer gewettet haben, möchte man dagegen nicht stecken. Kommentar

Handelsblatt-Kommentar

Nur eine Korrektur  Artikel in Merkliste

06.10.2008

Der Ölpreis fällt und fällt. Und noch scheint kein Ende absehbar. Doch um mehr als eine Korrektur der vorausgegangenen Preis-Übertreibungen handelt es sich beim Rückfall des Preises auf unter 90 Dollar je Barrel nicht. Öl wird langfristig wieder teurer. Kommentar

Handelsblatt Börsenradio 07.10.2008 (Abendausgabe) 

07.10.2008Börsenradio

Nach Berg- und Talfahrt: DAX schließt im Minus - Bankenpapiere weiter unter Druck - HRE-Chef Georg Funke nimmt seinen Hut - VW mit historischem Kurssprung - BMW produziert weniger Autos Anhören


Anzeige