Flugzeuggeschäft
HSH Nordbank erwägt Verkauf

Die Bank will sich vielleicht vom Flugzeuggeschäft trennen. Laut "Süddeutsche" sei die EU-Kommission im Gegenzug dazu bereit, im laufenden Beihilfeverfahren auf einen Eigentümerwechsel zu verzichten.
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HamburgDie HSH Nordbank erwägt Finanzkreisen zufolge, sich von ihrem Flugzeuggeschäft zu trennen. Im Gegenzug sei die EU-Kommission im laufenden Beihilfeverfahren für das staatlich gestützte Institut bereit, auf einen Eigentümerwechsel zu verzichten, sagte eine mit dem Verhandlungsstand vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag. Demnach verlangt EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia, dass die HSH ihre Bilanzsumme weiter deutlich verkleinert. Als eine Möglichkeit dazu, werde der Verkauf der Flugzeugfinanzierungssparte in Betracht gezogen, sagte die Person. Weder die Bank noch die EU-Kommission wollte sich dazu äußern.

Die „Süddeutsche Zeitung“ (Donnerstagausgabe) berichtete, Almunia werde schon bald fordern, dass die Landesbank ihr sechs Milliarden Euro schweres Flugzeuggeschäft verkaufe. Von allen Optionen sei dies die Wahrscheinlichste, zitierte die Zeitung nicht näher bezeichnete Eigentümerkreise. Die beiden Länder Hamburg und Schleswig-Holstein, denen das Institut zu 83 Prozent gehört, wollten sich nicht äußern. „Solange es keine Entscheidung der EU-Kommission gibt, kommentieren wir das nicht“, sagte ein Sprecher der Finanzbehörde.

Das schleswig-holsteinische Wirtschaftsministerium erklärte: „Wir befinden uns derzeit in sehr konstruktiven Gesprächen mit der Europäischen Kommission. Vor diesem Hintergrund sind wir zuversichtlich, dass wir die Ankündigung von EU-Kommissar Almunia, das Beihilfeverfahren in wesentlichenn Punkten vor der Sommerpause abzuschließen, umsetzten können.“ Dem Zeitungsbericht zufolge will die EU-Kommission das Beihilfeverfahren zu den deutschen Landesbanken bis zur Sommerpause abschließen. Die letzte mögliche Sitzung zu diesem Verfahren sei am 13. Juli. Anders als erwartet, bestünden die Wettbewerbshüter nicht mehr darauf, dass die Bank in private Hände wechsele. Mit ihren Vorgaben wolle die EU-Kommission die Risiken der Bank senken.

Das Hamburger Institut war durch Fehlspekulationen in Schieflage geraten und musste mit Milliardenhilfe vor dem Aus gerettet werden. Neben Hilfen des Bankenrettungsfonds SoFFin hatte die Bank Garantien und eine Kapitalspritze der beiden Haupteigner Hamburg und Schleswig-Holstein erhalten. Bei ihrer Sanierung hat die HSH ihre Bilanz bereits drastisch verkleinert und unrentable Kredite sowie das riskante Kreditersatzgeschäft in eine Abbaubank ausgegliedert. Künftig konzentriert sich die aus den Landesbanken für Hamburg und Schleswig-Holstein entstandene HSH Nordbank auf das Geschäft mit norddeutschen Unternehmen und will zugleich ihre Stellung als weltweit führender Schiffsfinanzierer behaupten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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