1400 Stellen sollen gestrichen werden: Citigroup droht Eurex-Verfahren

1400 Stellen sollen gestrichen werden
Citigroup droht Eurex-Verfahren

Nach Angaben der Hessischen Börsenaufsicht droht dem US-Finanzkonzern Citigroup ein Verfahren vor dem Sanktionsausschuss der weltgrößten Terminbörse Eurex, da einige Anleihegeschäfte des Unternhemens umstritten sind. Sollte der Ausschuss den Vorwurf der Marktmanipulation als erwiesen ansehen, könnte die Bank im schlimmsten Fall vom Eurexhandel für 30 Arbeitstage ausgeschlossen werden.

HB FRANKFURT. „Wir haben die Angelegenheit untersucht und es ist wahrscheinlich, dass wir den Fall an den Eurex-Sanktionsausschuss verweisen werden“, sagte ein Sprecher der Börsenaufsicht am Dienstag. Ein solcher Schritt würde bedeuten, dass die Behörde eine Bestrafung für angemessen halte, fügte er hinzu. Das Verfahren soll nach den Vorschriften innerhalb von sechs Wochen abgeschlossen sein. Gegen eine Entscheidung kann vor dem Verwaltungsgericht geklagt werden.

Die möglichen Sanktionen gegen die in den Fall verwickelten Citigroup-Tochterfirmen sowie die handelnden Personen reichen von einer Verwarnung über ein Ordnungsgeld von bis zu 250 000 € bis zum Ausschluss vom Eurex-Handel für 30 Arbeitstage. Die Internetseite der Eurex weist Citigroup-Tochterfirmen in Frankfurt, London und New York als zugelassene Handelsteilnehmer aus.

Mehrere Regulierungsbehörden prüfen derzeit die Rentengeschäfte auf der elektronischen Handelsplattform MTS sowie entsprechende Derivate-Transaktionen an der Eurex am 2. August vergangenen Jahres wegen möglicher Marktmanipulationen.

Die Citigroup hatte an dem Tag innerhalb von nur zwei Minuten Anleihen im Wert von elf Mrd. € verkauft und damit einen vorübergehenden Preisverfall ausgelöst. Die Bank hat alle Vorwürfe bestritten, allerdings wurden die beschuldigten Händler vom Dienst suspendiert.

Neben dem Verfahren vor dem Eurex-Ausschuss könnte auch ein Strafverfahren gegen fünf Händler und ihre Vorgesetzten eröffnet werden. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt untersucht derzeit, ob der Straftatbestand der Marktmanipulation erfüllt wurde. Nach Aussagen einer Sprecherin ist frühestens Mitte März mit einem Abschluss der Untersuchungen zu rechnen.

Zudem wurde bekannt, dass der weltgrößte Finanzdienstleistungskonzern noch Anfang dieses Jahres 1400 Arbeitsplätze im Firmenkundengeschäft und Investmentbanking streichen will. In diesem Zusammenhang werde die Bank im ersten Quartal eine Sonderbelastung von 275 Mill. Dollar vor Steuern ausweisen, teilte Citigroup am Montag in New York mit. Die geplante Stellenkürzung macht rund drei Prozent der bislang noch 48 000 Arbeitsplätze der betroffenen Geschäftsbereiche aus. Citigroup-Chef Charles Prince hat eine Kostensenkung im Investmentbanking angekündigt, nachdem die Ausgaben in diesem Segment in jüngster Zeit stärker gestiegen sind als die Einnahmen.

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