19 Milliarden Euro Miese
Spanische Bankia fährt Rekordverlust ein

Die verstaatlichte Krisenbank Bankia hat einen Rekordverlust eingefahren. Das spanische Geldhaus war durch die Immobilienkrise in Schieflage geraten. Die Bank will mit einem harten Sanierungskurs die Wende schaffen.
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MadridDas spanische Kriseninstitut Bankia hat 2012 den größten Verlust in der Wirtschaftsgeschichte des Landes geschrieben. 19,2 Milliarden Euro gingen wegen massiver Abschreibungen auf Schrottimmobilien verloren, wie das verstaatlichte Geldhaus am Donnerstag mitteilte. In diesem Jahr hofft der vor zwei Jahren gegründete Verbund angeschlagener Sparkassen auf die Wende und eine Rückkehr in die schwarzen Zahlen. Mehr als 22 Milliarden Euro an faulen Immobilienkrediten sollen in diesem Zusammenhang bei der staatlichen Bad Bank geparkt werden. Tausende Jobs werden gestrichen und Geschäftsbereiche verkauft.

Zudem sollen Bankia und die ebenfalls neu gegründete Mutter BFA, bei der Beteiligungen an anderen Firmen gebündelt sind, insgesamt gut 18 Milliarden Euro an Kapital aus europäischen Hilfstöpfen bekommen. Die Verhandlungen hierüber laufen noch.

"Unsere Herausforderung besteht darin, Bankia wieder zu einer rentablen Einheit zu machen, die der Gesellschaft die Hilfen zurückgeben kann", erklärte Bankchef Jose Ignacio Goirigolzarri. Zusammen mit BFA summiert sich der Verlust gar auf 21,2 Milliarden Euro. Höhere Fehlbeträge verbuchten bislang in Europa in den vergangenen Jahren nur die Royal Bank of Scotland und die Fortis Bank.

Bankia ist zum Inbegriff der spanischen Bankenkrise geworden, als das Institut Mitte 2012 Milliarden-Staatshilfen benötigte. Die Regierung musste daraufhin in Europa mehr als 40 Milliarden Euro an Hilfen für den Finanzsektor beantragen. Das Land kämpft selbst mit einem hohen Schuldenberg und dem Misstrauen vieler Anleger. Die spanischen Banken mussten wegen des Preisverfalls am Immobilienmarkt massive Abschreibungen auf Kredite und wertlos gewordene Häuser verkraften, was viele an den Rand des Abgrunds brachte.

Dank der staatlichen Unterstützung hofft Bankia bis 2015 auf eine Eigenkapital-Rendite von mehr als zehn Prozent, was dem Niveau führender europäischer Privatkundenbanken entspricht. Das Ziel ist ehrgeizig: Der Anteil fauler Kredite an den gesamten Darlehen liegt mit 13 Prozent noch immer deutlich über dem Branchenschnitt von 10,4 Prozent. Allerdings vertrauten die Kunden dem Institut im vierten Quartal wieder mehr Spareinlagen an, was die Bank optimistisch stimmt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Es war eine sehenswerte Sendung.
    Vor allem die Äußerungen von Schäuble sagten schon alles: "Die Bankster müssen/mußten gerettet werden!"

    Hier geht's zum Video:
    http://www.arte.tv/de/sendung-verpasst/7350850.html


  • Ja, stimmt, die sehr nachvollziehbaren Gedankengänge des Herr Schumann waren mir aber auch schon vorher bekannt.

  • Ludwig500 hat anscheinend auch die Doku auf arte diese Woche gesehen;-) War doch sehr interessant was mit den "Hilfsmilliarden" passiert. O-Ton "das Geld aus Deutschland ist noch vor Geschäftsschluß an deutsche Banken zurückgeflossen". Hier werden private Gläubiger freigekauft oder wie es in der Doku hieß, die Sozialisierung der Schulden ist so ziemlich das unsozialste was man machen kann". Zudem dürften diesen Abschreibungen noch weitere Folgen denn die Immobilien sind z.T. absolut gar nichts Wert und werden es aller Wahrscheinlichkeit auch nie wieder.

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