20 Investoren interessiert HSH verkauft Wohnungen

Die HSH Nordbank entscheidet im Oktober 2006, ob sie ihre Anteile an der DGAG Deutsche Grundvermögen AG verkauft oder über einen Börsengang platziert. Wie das Handelsblatt erfuhr, haben rund 20 Investoren ihr Interesse an der Immobilientochter der Landesbank bekundet.

HB HAMBURG. Das sagte Peter Rieck, der im Vorstand für das Immobiliengeschäft zuständig ist, dem Handelsblatt. Der DGAG gehören gut 22 000 Wohnungen, weitere 4800 verwaltet sie. Der Wert des Portfolios wird von Finanzkreisen auf 1,5 Mrd. Euro taxiert. Die Bank ist mit 38 Prozent an der Marktführerin für Wohnimmobilien in Schleswig-Holstein beteiligt, die Mehrheit hält die B&L-Gruppe der Immobilieninvestoren Cornelius Liedtke und Albert Büll. Nach Riecks Angaben haben rund 20 Investoren ihr Interesse an der DGAG bekundet.

In den vergangenen drei Jahren gab es einschneidende Entwicklungen im deutschen Wohnungsmarkt. Ausländische Finanzinvestoren wie Terra Firma, Fortress oder Cerberus entwickelten sich durch milliardenschwere Transaktionen zu den größten Wohnungsunternehmen im Land. Teilweise wollen sie sich nun von dem deutschen Markt zurückziehen. So plant die US-Firma Fortress die Platzierung eines Anteils seiner Wohnungsholding Gagfah, zu der 150 000 Wohnungen gehören, an der Börse.

Marktbeobachter halten schlechte Wachstumsmöglichkeiten für den Grund: Teilweise sei der Zenit bei Wohnungspreisen bereits überschritten. Bei den Interessenten für die DGAG dominieren nach Aussagen Riecks angelsächsischen Investoren. Doch auch nordeuropäische und italienische Gesellschaften hätten sich gemeldet. Derzeit sei man dabei, „die Liste zu kürzen“, sagte Riecke. Bindende Angebote von den in Frage kommenden Unternehmen erwartet er bis Ende September. Erst dann soll die Entscheidung fallen, ob alternativ ein Börsengang in Frage komme. Den würde die Investmentbank Merrill Lynch vorbereiten.

Verkauft die HSH Nordbank ihre DGAG-Anteile, hätte sie keine Wohnungsbestände in Deutschland mehr. Einen völligen Rückzug aus dem Geschäft würde dies aber nicht bedeuten: „Wir werden aber weiterhin die Entwicklung auf dem Wohnungsmarkt genau beobachten“, sagte Rieck.

Das Finanzhaus setzt zukünftig auf ein wachsendes Auslandsgeschäft in der Immobiliensparte. Das Unternehmen, das sich in diesem Bereich vom Kreditgeber zum Anbieter von komplexen Finanzierungsprodukten entwickelt hat, verfügt über ein Gesamtportfolio von 24,3 Mrd. Euro.

Das Auslandsgeschäft macht derzeit einen Anteil von zehn Mrd. Euro, 40 Prozent, aus. In zwei bis drei Jahren soll das Auslandsvolumen mindestens 50 Prozent betragen. Bereits im ersten Halbjahr entfielen beim Neugeschäft, was sich auf 6,5 Mrd.Euro gut verdoppelt hat, mehr als zwei Drittel auf das Ausland. Der US-Markt ist mit einem Geschäftsvolumen von vier Mrd. Euro der derzeit wichtigste Auslandsmarkt der Bank.

Unterstützung im US-Geschäft erwartet Rieck vom Einstieg des US-Investmentbankers Christopher Flowers bei der HSH Nordbank. Der Amerikaner erwarb mit einer Investorengruppe den WestLB-Anteil in Höhe von knapp 27 Prozent. „Flowers hat Kontakte zu einer Vielzahl von institutionellen Anlegern, die von der Kundenseite her für unser Immobiliengeschäft interessant sein könnten“, so Rieck. Außerdem sei Flowers stark im Bereich Sanierung notleidender Kredite, bei denen es sich oft um Immobilienfinanzierungen handele. „Auch da könnten wir mit unserem komplementären Know-how ins Geschäft kommen“, sagte Rieck.

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