22 Millionen Euro
Barclays entschuldigt sich für Chefgehalt

Ein Rekordgehalt von 22 Millionen Euro sollte Barclays-Chef Bob Diamond bekommen – trotz schlechter Zahlen. Viele Aktionäre reagierten empört. Nun rudert das Management zurück.
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LondonAngesichts wütender Proteste der Aktionäre hat sich der Verwaltungsratschef der britischen Großbank Barclays für das Millionen-Gehalt an Bank-Chef Bob Diamond entschuldigt. Zu Beginn der Barclays-Hauptversammlung am Freitag in London sagte Marcus Agius, er habe die Unzufriedenheit einer „bedeutenden Minderheit“ der Aktionäre zur Kenntnis genommen. Diamond sollte trotz schlechter Zahlen ein Gehalt von 17,7 Millionen Pfund (fast 22 Millionen Euro) für 2011 bekommen - ein Rekord in Großbritannien.

Diamond ist US-Bürger; am heftigsten wurde eine „Entschädigung“ in Höhe von 5,75 Millionen Pfund kritisiert, die die Bank ihm wegen einer Steuernachzahlung in den USA überweisen wollte. In der vergangenen Woche war Barclays angesichts der Proteste bereits zurückgerudert und hatte bekanntgegeben, dass Diamond sich einverstanden erklärt habe, auf die Hälfte der 2,7 Millionen Pfund Bonus zu verzichten, die Barclays ihm für die Erreichung bestimmter Ziele zahlen wollte.

Vielen Aktionären der Bank reichte das nicht. Der Pensionsfonds LAPFF etwa erklärte, er könne dem Vorstand unter diesen Umständen nicht das Vertrauen aussprechen. Medienberichten zufolge wollten 30 Prozent der Anteilseigner auf der Hauptversammlung gegen die Geschäftsführung stimmen.

Erst vor rund zwei Wochen war es bei der US-Großbank Citigroup zum Eklat gekommen, als die Mehrheit der Aktionäre die Auszahlung eines Millionenbonus an Vorstandschef Vikram Pandit ablehnte. Er sollte umgerechnet 11,3 Millionen Euro bekommen.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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