360 000 neue Privatkunden: Commerzbank kauft Filialgeschäft der Schmidtbank

360 000 neue Privatkunden
Commerzbank kauft Filialgeschäft der Schmidtbank

Die Commerzbank übernimmt das Filialgeschäft der Hofer Schmidtbank. Dazu zählen 70 Filialen und 29 Selbstbedienungscenter in Bayern, Thüringen und Sachsen, teilte die drittgrößte deutsche Bank am Mittwoch in Frankfurt mit. Die Commerzbank steigert mit der Übernahme die Zahl ihrer Privatkunden um 360 000 auf 4,3 Millionen.

HB FRANKFURT. "Die Commerzbank stärkt damit ihr Kerngeschäft mit Privat- und Firmenkunden und sichert die Zukunft von zahlreichen Arbeitsplätzen“, teilte Deutschlands drittgrößte Bank am Mittwoch mit und bestätigte damit einen Reuters-Bericht vom Vortag. Zum Kaufpreis - der nach Informationen aus Bankenkreisen bei rund 60 Mill. € liegt - machte die Commerzbank keine genauen Angaben, sondern bezifferte diesen auf einen zweistelligen Millionen-Betrag. Bis zu dieser Höhe sei eine Abschirmung für unvorhergesehene Kreditrisiken vereinbart. Die Transaktion soll Anfang April abgeschlossen sein. Das Frankfurter Institut erwirbt den Angaben zufolge 70 Filialen und 29 SB-Center der Schmidtbank in Bayern, Thüringen und Sachsen.

„Die Commerzbank will im Kerngeschäft mit Privat- und Firmenkunden profitabel wachsen. Der Kauf des Filialgeschäfts der SchmidtBank ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung und stärkt unsere regionale Marktpräsenz“, erklärte Bankchef Klaus-Peter Müller. Der Vorstandssprecher hatte bereits zur Vorlage der Jahreszahlen in der vergangenen Woche klar gemacht, der Kauf dieses Geschäftsbereiches sei nicht als Absage an ein etwaiges Zusammengehen mit der Münchener HVB zu verstehen, die ebenfalls in Franken und Ostdeutschland recht präsent ist.

Im vergangenen Jahr hatte die Commerzbank nach milliardenschweren Abschreibungen auf ihr Beteiligungsvermögen einen Rekordverlust von 2,32 Mrd. € nach Steuern ausgewiesen. Seit Herbst 2003 hat Deutschlands drittgrößte Bank im Kerngeschäft wieder Tritt gefasst. Bankchef Müller will 2004 sein Institut wieder deutlich in die Gewinnzone zurückführen und das operative Ergebnis von 559 Mill. € aus 2003 deutlich übertreffen. Dabei setzt die Bank vor allem auf das jetzt schon seit längerem profitable Filialgeschäft sowie ihre Firmenkundensparte - und ist nach den Worten Müllers offen für Fusions-Gespräche mit heimischen oder internationalen Instituten.

Die Commerzbank-Aktie notierte am Mittwochmittag ebenso wie der Gesamtmarkt nahezu unverändert bei 15,62 €.

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