660 Millionen Euro
Erste Group startet Kapitalerhöhung

In der Krise erhielt die Erste Group knapp 1,8 Milliarden Euro Hilfe – unter anderem vom Staat. Nun sollen durch eine Kapitalerhöhung Rückzahlungen möglich gemacht werden. Wann genau – das steht noch offen.
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WienDie Erste Group startet ihre 660 Millionen Euro schwere Kapitalerhöhung. Das Sparkassenspitzeninstitut wolle das Geld bei ausgesuchten institutionellen Investoren und ihren bestehenden Anteilseignern einsammeln, teilte die Erste Group am Montagabend mit. Eine Vorabplatzierung bei institutionellen Investoren wie Versicherungen oder Pensionfonds solle bis Dienstag abgeschlossen werden. Bestehende Aktionäre können die neuen Aktien von Mittwoch bis 17. Juli erwerben. Allerdings wollen nicht alle bisherigen Anteilseigner davon Gebrauch machen: Aktionäre mit einem Anteil von zusammen 37,4 Prozent hätten darauf verzichtet, teilte die Erste mit.

Mit dem Geld will das Sparkassen-Spitzeninstitut einen Teil der in der Krise erhaltenen Hilfen von insgesamt 1,76 Milliarden Euro an den Staat und private Investoren zurückzahlen. Der genaue Zeitpunkt für die Rückzahlung sei noch offen, sagte ein Sprecher. Die Bank wolle diese aber wie angekündigt im dritten Quartal in Angriff nehmen.

Vom Staat hatte die Bank 1,2 Milliarden Euro an Hilfen erhalten. Sie ist das erste österreichische Finanzinstitut, das die Hilfen nun komplett auf einen Schlag zurückzahlen will. Das Finanzministerium hatte die Ankündigung der Kapitalerhöhung vor etwa einer Woche daher freudig begrüßt.

Auch die Konkurrentin Raiffeisen Bank International hält sich seit Monaten die Tür für eine Kapitalerhöhung offen. Allerdings hatte Bankchef Karl Sevelda zuletzt gesagt, die Bank habe dabei keine Eile. Sie hatte sich in der Krise 2,5 Milliarden Euro an Hilfen geholt - 1,75 Milliarden Euro davon vom Staat.

Auch in Deutschland stocken große Banken ihre Kapitalpolster auf: Die Deutsche Bank hatte bei ihrer Kapitalerhöhung Ende April knapp drei Milliarden Euro eingenommen. Die Commerzbank sammelte 2,5 Milliarden Euro ein - und will damit wie die Erste Group den Ausstieg des Staates aus dem zweitgrößten deutschen Geldhaus vorantreiben.

Die Erste Group hat mit dem Platzierung J.P Morgan, Morgan Stanley, sowie die Commerzbank und die ING beauftragt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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