900 Millionen Euro
Österreich verteidigt Hypo-Alpe-Schuldenschnitt

Österreich will bei der Aufspaltung der Hypo Alpe Adria die Gläubiger zur Kasse bitten. Das wurde von Ratingagenturen kritisiert, jetzt verteidigt der Finanzminister den Schritt. Er sei keine Ausnahme, sondern die Regel.
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WienÖsterreich hat den geplanten Schuldenschnitt bei der Hypo Alpe Adria nach massiver Kritik von Ratingagenturen verteidigt. Dieser stehe in Einklang mit europäischen Plänen, künftig Gläubiger strauchelnder Banken in die Pflicht zu nehmen, sagte Finanzminister Michael Spindelegger am Montag. Schritte wie dieser seien „spätestens 2016 nicht die Ausnahme, sondern die Regel“.

Österreich bittet im Zuge der Zerstückelung der Hypo deren Gläubiger mit insgesamt knapp 900 Millionen Euro zur Kasse. Obwohl ihre Papiere vom Land Kärnten garantiert sind, sollen sie ihr Geld nicht mehr zurückbekommen.

Die Ratingagentur Moody's hatte daraufhin am Freitag die Bonitätsnoten von elf österreichischen Banken um eine Stufe zurückgenommen - darunter Erste Group und Raiffeisen Bank International. Nach Einschätzung der Experten dürfte nach dem Hypo-Schuldenschnitt die Bereitschaft Österreichs sinken, Banken erneut unter die Arme zu greifen. Auch die Ratingagentur Standard & Poor's hatte Österreichs Banken mit schlechteren Noten gedroht. Der österreichische Notenbankgouverneur und EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny sagte in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin „Profil“, die Nationalbank habe die Regierung vor Risiken gewarnt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " 900 Millionen Euro: Österreich verteidigt Hypo-Alpe-Schuldenschnitt"

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  • Ich verstehe nicht, warum es jetzt plötzlich kein Thema mehr ist, dass wohl rund 70% dieser Schulden, die nicht zurückgezahlt werden, von deutschen Gläubigern gehalten werden. Aus österreichischer Sicht kann man damit natürlich zu Hause politische Punkte sammeln, auch weil man damit das Abgrenzungs- und Abwertungsbedürfnis ggü. bzw. von Deutschland bedient. Aber warum kommt von deutscher Politik und auch den Medien nichts?

  • Ich verstehe nicht, warum es jetzt plötzlich kein Thema mehr ist, dass wohl rund 70% dieser Schulden, die nicht zurückgezahlt werden, von deutschen Gläubigern gehalten werden. Aus österreichischer Sicht kann man damit natürlich zu Hause politische Punkte sammeln, auch weil man damit das Abgrenzungs- und Abwertungsbedürfnis ggü. bzw. von Deutschland bedient. Aber warum kommt von deutscher Politik und auch den Medien nichts?

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