Aareal-Bank-Tochter
Corealcredit droht weiterer Personalabbau

Die Corealcredit hat erst vor kurzem etwa jeden fünften ihrer Jobs gestrichen. Nun steht die Aareal-Bank-Tochter offenbar vor einem weiteren deutlichen Stellenabbau. Schuld sind IT-Systeme, die die Bank übernehmen will.
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FrankfurtDie Aareal-Bank-Tochter Corealcredit steht vor einem weiteren deutlichen Stellenabbau. Das wurde auf einer Betriebsversammlung am Donnerstag in Frankfurt deutlich, erfuhr das Handelsblatt von Mitarbeitern. Der Frankfurter Immobilienfinanzierer will demnach erneut einen Interessensausgleich zum Abbau von Arbeitsplätzen abschließen. Ursprünglich war dieser Schritt für Frühjahr 2016 geplant, nun könne es schon im Herbst 2015 dazu kommen, heißt es. Die Corealcredit, die im Dezember 2013 vom Wiesbadener Konkurrenten Aareal Bank gekauft worden war, hat erst vor kurzem etwa jede fünfte der rund 160 Stellen gestrichen.

Der neue Interessensausgleich wird unter anderem nötig, weil die Corealcredit IT-Systeme von der Aareal Bank übernehmen will. Das Projekt soll bis Mitte nächsten Jahres abgeschlossen sein und würde das Gros der Jobs in den Bereichen IT, Finanzen und Controlling überflüssig machen. Auch die Vertriebsmitarbeiter müssen sich Sorgen machen: Zwar ist noch unklar, ob die Corealcredit unabhängig bleibt oder irgendwann auf die Aareal Bank verschmolzen wird, droht ein weiterer Jobabbau. Selbst wenn die Corealcredit eigenständig bleibe, werde sie eine „sehr schlanke Tochter“ sein, hat Corealcredit-Vorstandschef Reinhard Grzesik Mitarbeitern zufolge auf der Betriebsversammlung gesagt. Einen Vertrieb benötige die Bank in dem Fall nicht.

Die Corealcredit teilte auf Anfrage mit: „Überlegungen zur Beschleunigung der Integration wurde mit den zuständigen Gremien der Bank diskutiert und in einem frühen Stadium durch einen Newsletter und auf der Betriebsversammlung, zu dem der Betriebsrat den Vorstand eingeladen hat, den Mitarbeitern erläutert.“ Es sei offen kommuniziert worden, dass dadurch weitere Personalmaßnahmen gegebenenfalls einige Monate früher als bisher kommuniziert durchgeführt werden könnten.

Für Unruhe sorgt in der Belegschaft, dass die Corealcredit auch bei der Neukreditvergabe bremst. Mitarbeiter berichten, es werde alles getan, um Neugeschäft zu verhindern und Kunden zum Wechsel der Bank zu bewegen. Das Neugeschäft lag zwischen Januar und September 2014 bei 280 Millionen Euro, nachdem es in den vergangenen drei Jahren auf Jahressicht immer bei über einer Milliarde Euro gelegen hatte. Einer internen Mitteilung zufolge gilt in den kommenden Jahren ein Neugeschäftsbudget von gerade einmal 500 Millionen Euro. Die Corealcredit begründete dies auf Anfrage damit, dass sich am deutschen Immobilienmarkt angesichts der Wettbewerbssituation nicht genug verdienen lasse.

Sönke Iwersen
Sönke Iwersen
Handelsblatt / Leiter Investigative Recherche

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