Abbau von 9000 Stellen
Lloyds-Kunden haben immer weniger Lust auf Filialen

Mehr Internet, weniger Filialen: Bei der britischen Großbank fallen wegen der „Digitalisierung“ noch einmal 9000 Arbeitsplätze und viele Geschäftsstellen weg. Und noch ein Faktor belastet die Ergebnisse des Instituts.
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LondonDie britische Großbank Lloyds setzt erneut zum Kahlschlag an und streicht 9000 Stellen. Das Institut bestätigte damit am Dienstag Reuters-Informationen, wonach in den nächsten drei Jahren jeder zehnte der etwa 88 000 Jobs wegfällt, um die Kosten zu senken. Lloyds hatte in den vergangenen Jahren bereits 30.000 Jobs abgebaut.

Das Institut gab zudem bekannt, 150 Filialen schließen zu wollen, weil Kunden verstärkt Online-Angebote nutzten. Das entspricht in etwa sechs Prozent des Filialnetzes.

Das Bankengeschäft solle einfacher und mehr auf das Internet ausgerichtet werden, teilte das Unternehmen am Dienstag in London mit. Vorstandschef Antonio Horta-Osorio sagte, mit der „Digitalisierung“ passe die Bank sich den geänderten Kundenwünschen an.

Das Institut war während der Finanzkrise mit rund 20 Milliarden Pfund vom britischen Staat vor dem Kollaps gerettet worden. Im Gegenzug erhielt das Land 41 Prozent der Anteile. Derzeit ist der Staat noch mit 25 Prozent beteiligt.

Zusätzliche 900 Millionen Pfund (1,14 Milliarden Euro) legte das Institut zur Entschädigung von Kunden zurück, denen Versicherungspolicen aufgedrängt wurden, die sie gar nicht brauchten. Insgesamt hat Lloyds damit für diesen Skandal schon mehr als elf Milliarden Pfund aufbringen müssen.

Die ebenfalls am Dienstag veröffentlichten Zahlen für das dritte Quartal 2014 zeigen die Bank weiter auf Erholungskurs. Angetrieben von der guten Wirtschaftslage in Großbritannien verdiente das Institut unterm Strich 693 Millionen Pfund (879 Millionen Euro). Vor einem Jahr stand an dieser Stelle ein Verlust von 1,3 Milliarden Pfund. Bereinigt um Sondereffekte legte der Gewinn um 41 Prozent auf 2,2 Milliarden Pfund zu und übertraf die Erwartungen von Analysten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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