Abberufung von Vorständen
Schlappe für Commerzbank-Chefaufseher

Seit Monaten drängt Commerzbank-Chef Blessing darauf, zwei Vorstandsposten bei der Commerzbank abzuschaffen. Aufsichtsratschef Müller ist mit der entsprechenden Abstimmung gescheitert – zumindest vorerst.
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FrankfurtDas Tauziehen um die Verkleinerung des Commerzbank-Vorstands geht in die nächste Runde. Der Vorschlag von Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller, zwei Manager abzuberufen, verfehlte am Montag Informationen des Handelsblatts zufolge die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit in dem Kontrollgremium.

Einen neuen Anlauf könnte Müller in etwa vier Wochen wagen. Dann könnte der Chefaufseher seine Absicht mit Hilfe des Instruments des Zweitstimmrechts durchsetzen. Eine einfache Mehrheit vorausgesetzt, könnte Müller sein doppeltes Stimmgewicht einbringen, um die Manager abzuberufen. Abfindungsverhandlungen mit den beiden Managern waren bisher an unterschiedlichen Vorstellungen gescheitert.

Die Vorstände Ulrich Sieber und Jochen Klösges sollen nach Vorstellung von Vorstandschef Martin Blessing gehen. Das Institut baut derzeit über 5.000 Stellen ab und auch der Vorstand soll verkleinert werden. Die Manager verantworten die interne Abwicklungseinheit, in der das Institut Geschäfte gebündelt hat, von denen es sich trennen will. Sieber ist zudem für Personalfragen zuständig. Die Commerzbank wollte sich auf Anfrage nicht zu der Aufsichtsratssitzung äußern.

Der Münchener Wirtschaftsprofessor Manuel René Theisen hat das Vorgehen von Aufsichtsratschef Müller scharf kritisiert. „Der Aufsichtsrat hat sich blamiert“, sagte Theisen dem Handelsblatt (Dienstagausgabe). „Das Instrument des Zweitstimmrechts sollte ein Vorsitzender nur im Kriegsfall einsetzen, wenn also eine existenzbedrohende Lage vorliegt.“ Er frage sich, warum die Vorstandsverträge noch 2011/2012 verlängert wurden. Dass es der Commerzbank schlecht gehe, wisse der Aufsichtsrat doch schon länger.

Theisen empfiehlt Müller, das Verfahren ohne weitere Konfrontation zu Ende zu bringen. „Ich wundere mich ohnehin, dass Herr Müller, der bis vor kurzem die Corporate Governance Kommission geleitet hat, offensichtlich versucht, mit dem Kopf durch die Wand zu gehen“, so der Wirtschaftsprofessor.

Der Commerzbank-Vorstand hatte bereits im August auf Drängen Blessings beschlossen, den Vorstand auf sieben Mitglieder zu verkleinern. Eine einvernehmliche Einigung mit den betroffenen Vorständen ist aber nicht in Sicht. Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat stören sich vor allem daran, dass die bisher von Sieber bekleidete Position des Personalchefs künftig von einem anderen der verbleibenden sieben Vorstände „nebenbei“ erledigt werden soll.

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  • Es bahnt sich die nächste juristische Klatsche für die Commerzbank an.

    Man muss es dennoch als erstaunlich ansehen, dass bei der Qualität der Leitung das Institut nicht schon lange "umgefallen" ist.

    Möglicherweise will man sich in die Bankenunion retten. Dann zieht die Bankenaufsicht der EZB und dort wiederum die Forderung von Mersch, dass der Staat für die Bank haften muss.

    So elegant hat man sich die Sache ausgedacht.

    Eigentlich ist es genug mit diesen Spielereien zu Lasten der Bürger.

    Der Staat sollte die Vorstände und letztlich die Eigentümer fragen, ob Sie das Institut noch eigenverantwortlich leiten können oder nicht. Wird dies negativ beschieden, sollten die Eigentümer die Bank mit ihrem Restwert dem Staat zur Übernahme anbieten und anschließend übereignen. Der Staat kann dann die Spareinlagen der Bürger garantieren und sich aus dem nicht notwendigen Geschäft der Bank verabschieden. Die Bank wieder als solide Bank fortführen.

    Sollten die Eigner die Bank fortführen können, sollten sie dies tun und die Bürger in Ruhe lassen.

    Der Gedanke einer Enteignung, der schnell ins Spiel gebracht werden könnte, wäre obsolet, weil die Bank noch einen geschätzten Maximalwert von 1 € hat.

    Anschließend wäre die gesamte bisherige Geschäftsführung staatsanwaltschaftlich aufzuarbeiten. Staatsanwaltschaftlich bedeutet in diesem Fall nicht mit Staatsanwälten sondern kompetent im Regelungsbereich des Strafgesetzbuches.

    Aus Insiderinformationen ist mir bekannt, dass hier schon fein zu differenzieren ist und dies keinesfalls immer gleichgesetzt werden kann. Vollzugsbeamte der Staatsanwaltschaften sind bekanntlich politisch, nicht aber vom Gesetz gesteuert (siehe Stuttarter Nachrichten: Fahsel, Ex-Richter geht mit seiner Zunft ins Gericht - und die schweigt, 30.10.2008,
    http://content.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/1862051_0_9223_-bitterboeser-leserbrief-ex-richter-geht-mit-seiner-zunft-ins-gericht-und-die-schweigt.html)

  • Bei Müller und Blessing trieft der Dilettantismus aus allen Poren. Liebe Frau Merkel und lieber Herr Schäuble, wann bitte werden Sie uns endlich von diesen Pappnasen befreien?

  • Es ist einfach nur unglaublich! Eine Bank aus dem DAX ist nicht einmal in der Lage sich ordentlich und professionell -- wie schon 1000-fach geschehen- von 2 Vorständen zu trennen. Wie unprofessionell ist das denn ?? Einmalig für ein Dax-Unternehmen. Herr Blessing, Sie müssen Herrn Sieber behalten. Der ist Personaler, der kann Trennungsverträge abschliessen Sie zahlen Kompetenz aus der Firma, die Sie ganz offensichtlich dann nicht mehr haben. Schwierig!
    Sie werden sie vor allem brauchen, da Sie noch viele Leute abbauen müssen, aufgrund der Marktsituation und insbesondere aufgrund der von Ihnen verantworteten Strategie. Oder haben Sie Sorge, dass Ihnen Herr Sieber mal Ihren eigenen Trennungsvertrag wasserdicht formulieren muss ?

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