ABN Amro
Niederlande kassieren 3,3 Milliarden mit Börsengang

In der Finanzkrise hat der niederländische Staat die ABN Amro gerettet. Jetzt möchte die Regierung einen Teil der Kosten wieder herein holen und verkauft ein Viertel der Anteile. Doch das entpuppt sich als Verlustgeschäft.

AmsterdamDie in der Finanzkrise verstaatlichte niederländische Bank ABN Amro hat nach sieben Jahren Abstinenz am Freitag eine erfolgreiche Rückkehr an die Börse gefeiert. Die Anteilsscheine notierten in den ersten Handelsstunden bis zu 3,6 Prozent über dem Ausgabepreis von 17,75 Euro. Der Regierung soll der Gang aufs Parkett mindestens 3,3 Milliarden Euro einbringen. Dafür stößt sie zunächst 20 Prozent ihrer Anteile ab. Der Emissionserlös des größten Börsengangs einer europäischen Bank seit der Finanzkrise 2007 bis 2009 ist allerdings nur ein Bruchteil dessen, was die Steuerzahler zur Rettung des Geldinstituts aufbringen mussten.

Abhängig von der Nachfrage könnten im Zuge des Börsengangs weitere Aktien an den Markt kommen. Damit würde sich die Regierung im ersten Schritt von insgesamt 23 Prozent der Anteile trennen. Die Bank wird zu dem genannten Ausgabepreis mit insgesamt rund 16,7 Milliarden Euro bewertet.

2007 war ABN Amro viel größer. Damals wurde das Institut in Transaktionen über 71 Milliarden Euro unter der Royal Bank of Scotland, der spanischen Santander und der mittlerweile nicht mehr existenten Fortis aufgeteilt. 2008 griff der niederländische Regierung ein, um das ABN-Geschäft im eigenen Land sowie Fortis zu retten. Der Steuerzahler musste dafür 24 Milliarden Euro aufbringen. Die Aktivitäten von ABN und Fortis wurden zusammengelegt und restrukturiert.

ABN Amro ist eine der größten Banken in den Niederlanden und erzielt dort 80 Prozent ihres Gewinns. Die größten Konkurrenten sind die ING und die Rabobank. Im dritten Quartal erreichte das Geldhaus einen deutlichen Gewinnanstieg.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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