ABN Amro Wenn die Hälfte der Manager gehen muss

In der Finanzkrise musste die niederländische Bank ABN Amro für viele Milliarden vom Staat gerettet werden. Seitdem ist die Bank drastisch geschrumpft. Nun müssen auch viele Manager das Haus verlassen.
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Hauptquartier der ABN Amro in Amsterdam: Viele Manager des Instituts sollen gehen. Quelle: AP
Drastische Einschnitte

Hauptquartier der ABN Amro in Amsterdam: Viele Manager des Instituts sollen gehen.

(Foto: AP)

FrankfurtDie Wurzeln der niederländischen ABN Amro reichen bis ins Jahr 1720 zurück, doch auf dem Höhepunkt der Finanzkrise hätte diese lange Geschichte beinahe ein jähes Ende gefunden: Der niederländische Staat musste das Institut für viele Milliarden Euro vor der Pleite retten. Tausende Jobs fielen seitdem weg. Viele Manager behielten zunächst ihren Posten – und müssen jetzt doch ihren Schreibtisch räumen.

Am Montag stellte die ABN eine neue Managementstruktur vor. Demnach sollen zehn von 19 Topmanagern das Institut verlassen, eine Management-Ebene darunter fallen 60 von 100 leitenden Positionen weg. Die neue Struktur soll die geschrumpfte Größe der Bank widerspiegeln. „In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Mitarbeiter deutlich gesunken, aber der Umfang des Senior Managements hat sich nicht verändert“, sagt Vorstandschef Kees van Dijkhuizen.

Unterhalb des Vorstands soll ein sogenanntes Exekutivkomitee angesiedelt werden. Ihm sollen die Chefs der einzelnen Institutssparten angehören sowie Vorstandschef van Dijkhuizen, sein Stellvertreter und der künftige Finanzchef, der noch gesucht wird. In Zukunft können weitere Managementposten wegfallen: Bankchef van Dijkhuizen kündigte an, dass die neue Aufstellung regelmäßig überprüft werden soll.

Hier leben die meisten Bank-Millionäre Europas
Platz 15 (1): Liechtenstein
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Das kleine Fürstentum zwischen Österreich und der Schweiz ist schon lange bekannt für seine florierende Finanzbranche. Im Jahr 2015 gab es in dem Zwergstaat sechs Banker, die mehr als eine Million Euro pro Jahr verdienten. Das ist zwar proportional gesehen viel, im europäischen Vergleich allerdings nur Platz 15. Im Vergleich zum Vorjahr blieb der Wert gleich.

Platz 15 (2): Polen
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Den 15. Platz teilt sich Liechtenstein mit Polen. In der Hauptstadt Warschau liegt auch das Finanzzentrum des Landes, insgesamt sechs polnische Banker verdienten 2015 mehr als eine Million Euro pro Jahr. Im Vorjahr waren es noch acht.

Platz 14: Norwegen
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In dem nordeuropäischen Königreich lebten im Jahr 2015 elf Banker, die über ein Jahreseinkommen von über einer Million Euro verfügten. Damit sank die Zahl im Vergleich zum Vorjahr deutlich, 2014 waren es noch 24 Einkommensmillionäre.

Platz 13: Portugal
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Auch in den finanziell angeschlagenen Staaten Europas lässt sich mit Bankgeschäften noch gutes Geld verdienen: In Portugal machte die Europäische Bankenaufsichtsbehörde im Jahr 2015 exakt 14 Banker ausfindig, die mehr als eine Million Euro im Jahr verdienen. Das ist ein deutliches Plus im Vergleich zu 2014, als nur zehn Banker mehr als eine Million Euro verdienten.

Platz 12: Belgien
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Nicht nur die Fassaden der belgischen Hauptstadt Brüssel strahlen mit dem farbenprächtigen Blumenmeer auf dem Rathausplatz um die Wette, auch 18 belgische Banker freuten sich im Jahr 2015 über ein Jahreseinkommen von mehr als einer Million Euro. Damit verbesserte sich die Zahl im Vergleich zum Vorjahr um fünf Personen.

Platz 11: Luxemburg
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Auch das Großherzogtum Luxemburg ist als Standort für Finanzgeschäfte aller Art bekannt. So ist es wenig verwunderlich, dass im Jahr 2015 genau 20 Banker mehr als eine Million Euro verdienten. Verglichen mit dem Vorjahr ist das jedoch eine Negativentwicklung – 2014 waren es noch 27 Banker, die mehr als eine Million Euro pro Jahr verdienten.

Platz 10: Irland
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Im einstigen Krisenland Irland werden heute wieder gute Geschäfte im Finanzsektor gemacht. Im Jahr 2015 gab es 26 Banker in Irland, die mehr als eine Million Euro im Jahr verdienten. Das sind immerhin zwei mehr als 2014.

Derzeit beschäftigt das Institut circa 26.500 Mitarbeiter. In den kommenden Jahren sollen weitere rund 1.500 Stellen wegfallen.

Im Jahr 2007 hatten drei Banken die ABN per feindlicher Übernahme geschluckt: Die spanische Banco Santander, die britische Royal Bank of Scotland und die frühere belgische Finanzgruppe Fortis führten die bis dahin größte Bankübernahme der Geschichte aus. Wegen der großen Schuldenlast gerieten der Finanzkonzern Fortis und die RBS selbst in Schieflage.

Der niederländische Staat rettete ABN Amro und kaufte sie für 16,8 Milliarden Euro. Weil das Institut dringend weiteres Geld benötigte, verdoppelte sich der Preis der Rettung jedoch fast. Zwar hat der Staat die ABN inzwischen wieder an die Börse gebracht, er hält aber noch immer 70 Prozent der Anteile. In den kommenden Jahren will er sich von weiteren Aktien trennen.

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