Abschied: Deutsche Bank und Thomas Mayer trennen sich

Abschied
Deutsche Bank und Thomas Mayer trennen sich

Die Deutsche Bank und ihr Ex-Chefvolkswirt, Thomas Mayer, trennen sich endgültig. Damit setzt die Bank ihren Strategieschwenk in der Volkswirtschaftlichen Abteilung fort. Er lautet: Mehr Markt und weniger Grundsatzfragen
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Frankfurt/DüsseldorfDer frühere Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Thomas Mayer, verlässt das Institut endgültig zum 30. Juni. Das bestätigten er und die Deutsche Bank dem Handelsblatt (Mittwochausgabe). In einer Mail hat sich Mayer bereits von seinen Kollegen bei DB-Research verabschiedet. Der 60-Jährige war bei der Deutschen Bank zuletzt als Berater für den Vorstand tätig. Man habe sich vor einiger Zeit darauf geeinigt, diesen Vertrag auslaufen zu lassen, heißt es von Seiten der Deutschen Bank.

Nach Handelsblatt-Informationen aus Finanzkreisen wechselt Mayer zum Vermögensverwalter Flossbach von Storch. Dort soll er mit zwei weiteren wissenschaftlichen Mitarbeitern einen Think Tank betreiben. Flossbach von Storch wollte sich zu der Personalie auf Anfrage nicht äußern. Thomas Mayer sagte, über seine zukünftigen Pläne werde er sich äußern, sobald diese spruchreif seien.

In der Bank sehen viele die Personalie als weiteren Schritt weg von der traditionellen Ausrichtung der Forschungsabteilung. Ihr Gründer Norbert Walter war für seine unabhängige Meinung und Medienpräsenz bekannt. In dieser Tradition stand auch Thomas Mayer. Obwohl er eher als Mann der Schrift als des Wortes gilt, wurde er als unabhängiger Kopf wahrgenommen. „Mit Mayer geht der letzte renommierte deutschsprechende Volkswirt“, heißt es in der Bank.

Bereits bei ihrem Amtsantritt hatten die beiden neuen Chefs der Deutschen Bank Anshu Jain und Jürgen Fitschen den 60-jährigen Mayer entmachtet. Anstelle von ihm besetzten sie den Chefposten mit David Folkerts-Landau, einem engen Vertrauten Jains. Damit verbunden war die Zusammenlegung von DB Research mit der Abteilung Market Research, die Folkerts-Landau vorher bereits von London aus führte. Vor der Fusion kümmerte sich DB Research um unabhängige volkswirtschaftliche Forschung – und das Market Research arbeitete direkt für die Investoren. Diese Grenze gibt es jetzt nicht mehr, wodurch manche Mitarbeiter von DB-Research ihre Unabhängigkeit in Gefahr sehen. DB-Research Gründer Norbert Walter lästerte kurz vor seinem Tod: Der Umbau passe zu einer Investmentbank, die kein unabhängiges Research haben wolle, sondern nur an Sales Support interessiert sei.

Thomas Mayer arbeitete vor seiner Tätigkeit bei der Deutschen Bank als Europa-Chefvolkswirt bei der US-Investmentbank Goldman Sachs. Er gilt als exzellent verdrahtet und als freier Experte, der Konflikte nicht scheut. Auch bei institutionellen Anlegern hat er einen guten Ruf. Dies war auch der Grund, warum er nach seinem Ausscheiden als Chefvolkswirt einen Beratervertrag erhielt.

Mallien Jan
Jan Mallien
Handelsblatt / Geldpolitischer Korrespondent
Oliver Stock
Oliver Stock
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur

Kommentare zu " Abschied: Deutsche Bank und Thomas Mayer trennen sich"

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  • Es war noch nie sinnvoll eine Fussballmannschaft (Trainer und Berater) oder ein Unternehmen im Rahmen einer Doppelspitze zu führen.

    Das sollte allen klar sein. Aber wir können ja den Fehler, den Andere vor uns machten wiederholen.

    Kein Problem!

  • als Aktionär finde ich es erschreckend wie sich die Deutsche Bank diesem Inder und seinem Investmentbanking ausliefert.
    Der Typ wird die Deutsche Bank in den Ruin treiben, mittlerweile eindeutig abzulesen am Aktienkurs.

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