Abschreibungen
VR Leasing braucht frisches Kapital

Wegen Altlasten in Osteuropa ist das Eigenkapital der VR Leasing aufgebraucht. Nun müssen DZ und WGZ Bank einspringen. Auf den Leasingfinanzierer kommt nun ein harter Sparkurs zu und Stellen werden gestrichen.
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Frankfurt Die beiden genossenschaftlichen Spitzeninstitute DZ Bank und WGZ Bank müssen den Leasingfinanzierer VR Leasing stützen. Das Eigenkapital sei nach der Bereinigung von Altlasten vor allem in Osteuropa aufgebraucht, sagte der neue VR-Leasing-Chef Theophil Graband der „Börsen-Zeitung“. „Wir werden deshalb von unseren Eigentümern, der DZ Bank und der WGZ Bank, einen Ertragszuschuss bekommen“. VR Leasing erwarte wegen der Abschreibungen einen Verlust von 240 Millionen Euro nach deutschem Bilanzrecht (HGB). Schon im vergangenen Jahr hatte die VR Leasing 44,3 Millionen Euro Verlust geschrieben, nach internationalen Standards (IFRS).

In dem Verlust 2012 spiegeln sich die Abschreibungen auf Geschäftsfelder, die wir nicht mehr betreiben werden, darunter das Ungarn- und Russland-Geschäft“, sagte der seit knapp zwei Jahren amtierende Vorstandschef. Wie hoch die Kapitalspritze ausfallen muss, werde in Kürze entschieden. Laut Finanzkreisen dürfte sie in etwa in Höhe des Verlustes von 2012 liegen. Im Zuge eines Sparprogramms sollen in den nächsten fünf Jahren in Deutschland 260 von 1160 Stellen gestrichen werden. Die Kosten will Graband bis zum Jahr 2015 um 20 Prozent drücken. Im nächsten Geschäftsjahr soll die VR Leasing schon wieder eine schwarze Null schreiben.

Graband war angetreten, um die VR Leasing auf die Kunden der Volks- und Raiffeisenbanken zuzuschneiden. Die Zahl der Produkte soll drastisch beschnitten werden. VR Leasing hatte sich mit der Expansion in Osteuropa verhoben. Das Auslandsgeschäft soll nun ebenso eingestellt oder verkauft werden wie das Immobilien-, Autoflotten- und Autohändlergeschäft. Mittelfristig stehe auch das in Osteuropa tätige Gemeinschaftsunternehmen mit der österreichischen Volksbanken-Holding ÖVAG, VBLI, zum Verkauf, sagte Graband. Die Tochterfirmen in Ungarn, die vor vier Jahren noch 25 Prozent des Geschäftsvolumens ausgemacht hatten, und in Russland, ließen sich derzeit nicht verkaufen.

Künftig soll VR Leasing vor allem den Genossenschaftsbanken Erträge beschaffen. Vor zwei Jahren habe VR Leasing 60 Prozent des Geschäfts außerhalb des Verbundes gemacht, sagte Graband. Bis 2015 sollen die Provisionen, die die Filialbanken für die Vermittlung erhalten, bis 2015 verdoppelt werden. Im laufenden Jahr seien die Provisionen bereits um 40 Prozent gestiegen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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