Abspaltungspläne ING-Konzern plant zwei Börsengänge

Der größte niederländische Allfinanzkonzern macht Ernst mit seiner Aufspaltung. Die ING-Gruppe trennt sich über die Börse von seinem Versicherungsgeschäft und agiert künftig als Bank. Vorher muss aber noch aufgehübscht werden.
Kommentieren
Hauptsitz von ING in Amsterdam: Die Gruppe war durch die Finanzkrise in Schieflage geraten. Quelle: ap

Hauptsitz von ING in Amsterdam: Die Gruppe war durch die Finanzkrise in Schieflage geraten.

(Foto: ap)

Mit der Abspaltung folgt ING auf umgekehrten Beispiel der Allianz, die kurz vor Ausbruch der Finanzkrise die Dresdner Bank verkauft hatte. Nach den Plänen von Vorstandschef Jan Hommen soll das US-Versicherungsgeschäft in New York und die europäische Sparte in Amsterdam notiert werden. Von dem doppelten Börsengang, der frühestens in einem Jahr über die Bühne gehen soll, verspricht sich der Vorstand mehr Einnahmen als von dem ebenfalls erwogenen Plan, das Versicherungsgeschäft als Ganzes an neue Aktionäre zu verkaufen.

Vorstand hübscht US-Sparte auf

Allerdings muss ING die US-Sparte vorher noch aufhübschen. Der Konzern schrieb im dritten Quartal 513 Mio. Euro ab und kündigte für das laufende Quartal weitere Abschreibungen in Höhe von rund einer Mrd. Euro an. Außerdem will der Vorstand die Kosten jährlich um 100 Mio. Euro drücken.

ING war im Zuge der Finanzkrise wegen Fehlspekulationen in Schieflage geraten und musste vom Staat mit zehn Mrd. Euro gestützt werden. Neben der Kapitalspritze musste der Steuerzahler für US-Hypothekenpapiere über 21,6 Mrd. Euro geradestehen. Mit der Trennung vom Versicherungsgeschäft erfüllt ING Vorgaben der EU für die Billigung der Staatshilfe.

Insgesamt werden die Versicherungsgeschäfte, die als Sorgenkind des Unternehmens gelten, mit 21 Mrd. Euro bewertet.

Mit der Abspaltung geht eine Ära zu Ende: ING war 1991 durch die Fusion der Bank NMB Postbank mit dem Versicherer Nationale Nederlanden als Allfinanzkonzern entstanden. In Deutschland sind die Niederländer mit der Direktbank ING-Diba aktiv.

Die Sonderaufwendungen drückten den Reingewinn im dritten Quartal um 26 Prozent auf 371 Mio. Euro. Ohne Sonderfaktoren stieg der Gewinn dagegen um 43 Prozent auf gut eine Mrd. Euro. Das verdankte der Konzern aber dem Bankgeschäft. "Die Entwicklung wird von Quartal zu Quartal besser und das freut mich", sagte Konzernchef Hommen.

Anleger reagieren erfreut

Die Anleger honorierten die Zahlen wie die Ankündigung der Börsengänge. Die ING-Aktie stieg um bis zu vier Prozent auf 8,29 Euro und damit auf ein Jahreshoch. Seit Anfang 2010 haben die Papiere damit um rund 20 Prozent zugelegt, während der Branchenindex lediglich ein Plus von rund fünf Prozent aufweist. Allerdings war ING vor Ausbruch der Finanzkrise mehr als das Vierfache dessen wert.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Abspaltungspläne - ING-Konzern plant zwei Börsengänge

0 Kommentare zu "Abspaltungspläne: ING-Konzern plant zwei Börsengänge"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%