Absprachen bei Referenzkursen
Britische Notenbank gerät unter Druck

Die Notenbank behauptete, sie hätte erst 2013 davon erfahren, dass einzelne Banker sich falsch verhalten haben. Nun kristallisiert sich heraus: Die Bank of England billigte die illegalen Handlungen der Mitarbeiter lange.
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LondonIn der Affäre um manipulierte Devisenkurse gerät die britische Notenbank zusehends in Erklärungsnöte. Der Aufsichtsbehörde liegt nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters erstmals eine Abschrift eines Händler-Eintrags in einem Online-Forum vor, der zentrale Aussagen der Bank of England (BoE) infrage stellt. Mehrere Händler sind in Verdacht geraten, sich über Chatrooms oder Emails bei Devisen-Referenzkursen abgesprochen zu haben. Die Führungsebene der Zentralbank hat nach Worten ihres Chefs Mark Carney erst im Oktober 2013 erstmals von den Vorwürfen erfahren. In dem nun der Aufsicht vorliegenden Chat-Beitrag sagt ein Händler allerdings, dass Notenbankmitarbeiter den Austausch vertraulicher Kundeninformationen unter den Händlern im April 2012 stillschweigend gebilligt hätten.

Diese Praxis trage aus Sicht der BoE-Mitarbeiter dazu bei, die Möglichkeit von Marktschwankungen zu verringern, heißt es in dem Chatbeitrag. Dieser war kurz nach einer Sitzung des gemeinsamen Ausschusses von Notenbank und Marktteilnehmern im April 2012 verfasst worden. Von dem Treffen hat die BoE wie auch von anderen Sitzungen Protokolle zusammengestellt. Die Abschrift wurde allerdings erst im Januar 2014 veröffentlicht. Daraus ergibt sich laut Notenbank kein Hinweis, dass „über faktische oder angebliche Manipulationen“ diskutiert wurde.

Auch in den USA gehen die Ermittler Unregelmäßigkeiten am Devisenmarkt nach, auf dem täglich 5,3 Billionen Dollar umgesetzt werden. Die Bank of England untersucht selbst, ob Personal von etwaigen Devisenmanipulationen gewusst oder gar an ihnen beteiligt war. Sie hat einen Mitarbeiter bereits vom Dienst suspendiert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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