Abwicklungsanstalt
Bad Bank der WestLB schultert weitere 100 Milliarden

Die Bad Bank EAA hat ein neues 100-Milliarden-Kapitel aufgeschlagen – ohne größere Belastungen für den Steuerzahler, wie die Bank mitteilt. Ziel sei eine schwarze Null am Ende des Abwicklungszeitraums.
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DüsseldorfDie Bad Bank Erste Abwicklungsanstalt (EAA) will weitere rund 100 Milliarden Euro aus der Erbmasse der ehemaligen WestLB ohne größere Belastungen für den Steuerzahler schultern. „Unser Ziel bleibt es, den zügigen Abbau des Portfolios fortzusetzen und am Ende des Abwicklungszeitraums eine schwarze Null zu erreichen“, sagte Vorstandsmitglied Matthias Wargers am Montag in Düsseldorf.

Die EAA war vor rund zweieinhalb Jahren als Reste-Rampe der WestLB mit Portfolien in einem Volumen von rund 77,5 Milliarden Euro an den Start gegangen. Bis zur Jahresmitte 2012 reduzierte die EAA die ihr übertragenen Risiko-Kredite und Staatsanleihen auf rund 45 Milliarden Euro. Bis Dezember will der Vorstand nun eine Abwicklungsstrategie für das neue, dann rund 150 Milliarden Euro umfassende Portfolio vorlegen.

Die EAA war im Dezember 2009 eingerichtet worden, um Giftpapiere der WestLB zu verwerten - mit milliardenschweren öffentlichen Garantien im Rücken. Mitte 2012 wurde nun die WestLB nach langem Streit mit der EU-Kommission um öffentliche Beihilfen und Garantien vollständig zerschlagen. Rund 100 Milliarden Euro aus ihren Beständen landen bei der EAA.

Die Übertragung soll bis zum Jahresende vollzogen sein, dann schlägt die EAA ein neues Kapitel auf. Unter anderem landet dann auch die Immobilienbank WestImmo in ihren Büchern. Der WestLB war es nicht gelungen, das Institut vor ihrer Zerschlagung zu verkaufen.

Die beiden EAA-Chefs Wargers und Markus Bolder haben seit der Einrichtung der EAA bereits Risikopositionen mit einem Volumen von rund 32 Milliarden Euro abgewickelt. Das letzte Halbjahr 2012, allein von dem ursprünglichen WestLB-Portfolio geprägt, konnten sie sogar mit einem positiven Ergebnis abschließen - nach Steuern blieben nach sechs Monaten 9,7 Millionen Euro.

Das Eigenkapital konnte die EAA damit leicht auf 624 Millionen Euro erhöhen. Es ist indes seit dem Start der EAA deutlich geschmolzen - nicht zuletzt aufgrund von Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen. Die Bad Bank war mit 3,1 Milliarden Euro Eigenkapital gegründet worden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Abwicklungsanstalt: Bad Bank der WestLB schultert weitere 100 Milliarden"

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  • Für eine CD der Bad Banks HRE und WestLB würde wohl kein Finanzminister einen Cent bezahlen. Warum auch? Man kennt ja den Inhalt ;-) Solange man das Publikum mit netten Presseaktionen ruhigstellen kann ist die Welt noch in Ordnung. Und das Publikum ist zufrieden. Obwohl die steuerneutrale Verbuchung von 100 Milliarden Euro Schrott ein Lehrbeispiel für buchhalterische Tricksereien wäre. Die Schulbuch-Ökonomen langweilen ihre Studenten mit Standardmodellen. Sinnloser kann Ausbildung nicht sein. In den Bad Banks von Deutschland bis Griechenland spielt das wahre Leben. Es ist Zeit, die Lehrbücher neu zu schreiben.

  • Das Muster ist immer dasselbe:
    1. Gründung einer BAD BANK und Hinweis, dass wahrscheinlich keine Belastungen kommen werden.
    2. Einbuchung einer satten Abschreibung mit anschließender EK Maßnahme als ""einmalige" Korrektur".
    3. Ausweisung eines kleinen Liquidisierungsgewinnes im Folgejahr, der als "Problemlösung" gefeiert wird.
    4. Satte Abschreibung im Folgejahr mit EK Maßnahme
    5. Kleiner Gewinn im darauffolgenden Jahr mit "Presseinfo"
    6....

    Irgendwann wundern sich die Steuerzahler, weil statt des angeblich nahezu ausgeglichen Staatshaushaltes die Schulden trotzdem massiv gestiegen sind.

    Wichtig bei diesem Spiel ist es, die Bad Banks und ihre guten/schlechten Nachrichten so zu postionieren, dass einem kleinen Gewinn bei der HYPO Real Estate der satte Verlust der andern Bad Bank möglichst gegenübergestellt wird. (Ringtauschmodell)

    Folge: Der Leser denkt: Ist doch nicht so schlimm.

    Die Suppe wird dann noch mit einer EU weiten Bankaufsicht/-insolvenzversicherung "abgeschmeckt" bei der die Deutschen Kreditinstitute für die Beitragszahlungen und die Peripheriebanken für die Inanspruchnahme verantwortlich sind.

    Chappeau! Ich hätte es mir nicht besser ausdenken können.

  • Schrottplatz bleibt Schrottplatz. Mit diesem Artikel erreicht die Volksverdummung einen weiteren traurigen Höhepunkt. Natürlich belasten die Bad Banks die Steuerzahler. Sonst hätten diese Konstruktionen doch keinen Sinn. Die Hoffnung dahinter lautet simpel: Verluste über die Zeit verteilen bis es niemanden mehr kratzt.

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