Ackermann über Ackermann
„Die Entwicklung hat mich meistens bestätigt“

Das Ruder haben inzwischen andere übernommen, jetzt will der frühere Deutsche Bank-Chef noch versuchen, sein angekratztes Bild zurecht zu rücken. Während er sich gegen seine Kritiker wehrt, setzen seine Nachfolger an der Bankspitze erste Zeichen.
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München/FrankfurtNach der teils heftigen Kritik an seiner Amtszeit hat sich der frühere Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann verteidigt. Er halte die meisten seiner Entscheidungen rückblickend für richtig, sagte der 64-Jährige dem „Focus“. „Die Entwicklung hat mich meistens bestätigt.“

Es sei auch richtig gewesen, als Bankchef sehr stark die politische Öffentlichkeit gesucht zu haben: „Die letzten, wenn man so will, ,politischen Jahre‘ waren die wichtigsten in meinem bisherigen Berufsleben“, sagte Ackermann. „In dieser Zeit konnte ich mehr bewirken als ein reiner Banker. Für die Gesellschaft, aber auch für die Bank und für mich selbst.“ Es sei ihm sehr wichtig, dass sein Lebenswerk realistisch dargestellt werde: „Ich möchte, dass die Wahrheit siegt“, sagte er dem „Focus“.

Kurz vor dem Abtritt Ackermanns hatten Kritiker eine vernichtende Bilanz seines zehnjährigen Wirkens gezogen. Er habe „in seiner Amtszeit viel geackert, aber er hat das erklärte Ziel, ein intaktes Haus zu hinterlassen, verfehlt“, hatte zum Beispiel Barbara Happe von der Initiative „Andere Banken braucht das Land“ in Berlin gesagt.

Als Nachfolger Ackermanns hatten vor wenigen Tagen die Vorstandskollegen Anshu Jain und Jürgen Fitschen die Führung des Dax-Konzerns übernommen. Sie gaben kurz nach Dienstbeginn ein klares Bekenntnis zum Standort Deutschland ab. Bei einer Mitarbeiterveranstaltung an ihrem ersten Arbeitstag rief Fitschen zudem Teamarbeit und die Nachhaltigkeit des Geschäfts als Grundprinzipien aus, wie die Tageszeitung „Die Welt“ berichtete.

Damit habe er darauf angespielt, dass in den vergangenen Jahren kurzfristige Gewinne immer wieder zu Reputationsschäden geführt hatten, schreibt die Zeitung in ihrer Samstagsausgabe. Zu Details einer langfristigen Strategie will sich das Duo erst im September äußern.

Der gebürtige Inder Jain erwartet einen harten Ausleseprozess unter den wichtigsten Banken der Welt. An dessen Ende würden fünf bis sechs globale Banken übrig bleiben. „Und die Deutsche Bank wird eine davon sein“, sagte er laut „Welt“ bei der Mitarbeiterversammlung in Frankfurt, die an die Standorte in London, New York und Singapur übertragen wurde. „Es ist ein klarer Vorteil, dass wir unseren Hauptsitz und unseren Heimatmarkt in Deutschland haben“, sagte Jain. „Wir haben unseren Sitz in einer der besten Volkswirtschaften der Welt.“

Die Bank will zudem an ihrer breiten Aufstellung festhalten. „Wir bekennen uns dauerhaft zu unserem Universalbankmodell und setzen in Zukunft auf einen teamorientierten Führungsansatz“, hatte Jain am Freitag mitteilen lassen.

Fitschen, der bei der Mitarbeiterveranstaltung zuerst auftrat, rief die Teamarbeit ebenfalls als neues Grundprinzip aus. „Banken werden nur Erfolg haben, wenn sie wirklich als globale Teams arbeiten.“ Das setze Vertrauen und gegenseitigen Respekt voraus. „Zwischen Anshu und mir besteht das, ebenso im Vorstand und zum Aufsichtsrat.“
Erst nach monatelangem öffentlichem Gezerre hatte sich die Bank im Sommer 2011 auf das Duo Jain/Fitschen geeinigt.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Ackermann über Ackermann: „Die Entwicklung hat mich meistens bestätigt“"

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  • @mondahu
    Lesen Sie einmal nach, wer bei IKB und HRE außer Asmussen die Finger noch im Spiel hatte.

  • @ Mazi, bevor Sie Gerüchte in die Welt setzen, lesen Sie die Bilanzen der letzten Jahre! Da gab es Jahre mit über 13 Mio. Wieso da von einer Erhöhung gesprochen wird ist mir schleierhaft! Im Übrigen stimme ist "Mondahu" in jedem Punkt zu. Die Bank agiert nicht auf einer Insel, sondern ist abhängig von der globalen wirtschaftlichen Entwicklung.
    In diesem Umfeld ist Dr. Ackermann ein gutes Zeugnis auszustellen.

  • @Mazi
    Sie sind der Witzbold. Aktienkurs halbiert? Andere Banken existieren überhaupt nicht mehr (Aktienkurs = 0) oder haben den Staat im Boot (IKB und RHE lassen grüßen). Ich habe klar zum Ausdruck gebracht, daß Banken nur relativ beurteilt werden können. Bei der DB sind die Werte noch da. Wenn die Börse davon zur Zeit nichts wissen will, was soll es, das wird sich auch wieder ändern. Das ist die Folge der katastrophalen Berliner und Brüsseler Politik der letzten drei Jahre und nicht von Mißmanagement.

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