Ackermanns Abschied
Sein Ende ist ein Anfang

Mit dem endgültigen Abgang von Josef Ackermann endet eine Ära. Aus Sicht der Aktionäre ist das gut so. Und auch die Deutsche Bank hat nun die Chance auf einen Neuanfang - und der tut Not. Ein Kommentar von Oliver Stock.
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Wir können aufatmen. Die Deutsche Bank hatte bei ihrer Entscheidung, wer Nachfolger von Josef Ackermann wird, zwei Fehler gemacht: Erstens hat sie nicht einen Kandidaten für die Spitze nominiert, sondern derer gleich zwei, die sich die Sache teilen sollen.

Dadurch hat sie keine dauerhafte Lösung geschaffen. Zweitens hat sie sich nicht von Ackermann getrennt, sondern beabsichtigte, ihn in den Aufsichtsrat zu hieven - ein klarer Bruch aller Regeln der guten Unternehmensführung. Dieser zweite Fehler ist nun behoben:  Ackermann verlässt die Bank, und das ist besser als jede andere Lösung. Es ist ein Sieg für die Aktionärsdemokratie.

Die Bank allerdings muss den Atem anhalten. Sie ist mit ihrer Form der Nachfolgeregelung komplett gegen die Wand gefahren. Sie hat erst einen quälend langen und mit vielen Verwerfungen behafteten Findungsprozess vorgeführt, dessen Ergebnis dann vor dem Vollzug wie eine Seifenblase zerplatzt ist. Offenbar haben die Aktionäre, die Ackermanns nahtlosen Wechsel an die Aufsichtsratsspitze hätten eindeutig durchwinken müssen, sich nicht damit anfreunden können.

Sicher nicht geholfen hat, dass Ackermann auch noch als Zeuge in jenem Prozess keine gute Figur gemacht hat, den der inzwischen seliger Medienunternehmer Leo Kirch gegen Ackermanns Vorgänger Rolf Breuer angestrengt hat.

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Sein Ende ist ein Anfang

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Ein verdammt harter Job für Achleitner

Kommentare zu " Ackermanns Abschied: Sein Ende ist ein Anfang"

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  • Darf ich hier hinzufügen, daß die öffentlich rechtliche KfW-Bank seit 2000 in Zusammenarbeit mit anderen Banken das größte US-Verbriefungsprogramm (58 Transaktionen) in Europa geschaffen hat: Es lebe die Kontrolle der Finanz- und Kapitalmärkte!!! Walter Eucken, der Begründer des Ordoliberalismus, dreht sich im Grabe rum!!! Auch hier, aber nicht nur hier!!! : Die KfW hat mit zwölf anderen privaten und öffentlichen Banken die True (wahr, echt, exakt, wahrheitsgetreu) Sale International GmbH (TSI/ www.tsi-gmbh.de) gegründet. Deren Zweck ist die intensive Förderung der Verbriefungen von Bankforderungen mittels "Asset Backed Securities" (ABS) , also forderungsbesicherten Wertpapieren: Da stecken drin: Asset als Vermögenswert; Securities als Sicherheit, Geborgenheit, Backed als gedeckte Sicherheit, also alles, was der Mensch braucht und wünscht, um aus dem Zustand des Phronosis (Vernunft nach Aristoteles) in den Zustand des Wunderglaubens nach Wittgenstein zu gelangen, um nicht mehr so genau hinzusehen. Dem Verständnis halber sei hinzugefügt, daß dieses "Verbriefungsprogramm" mit den CDO´s, Commercial Papers und ABS ein amerikanisch inszeniertes Kreditschöpfungsprogramm war und der eigentliche Kern der jetzigen Finanzkrise: Gerade der Staat mit Steinbrück und Asmussen als Federführer hat hier der deutschen Volkswirtschaft einen "Bärendienst" erwiesen.

  • Die Allianz hat zwei entscheidende Nachteile: Ihren AR Vorsitzenden Dr. Henning Schulte-Noelle und Ihren Finanzvorstand Dr. Paul Achleitner und beide haben etwas gemeinsam, nämlich die Allianz in das Bankabenteuer getrieben zu haben, aus dem sie mit gigantischem Verlust jetzt so halb draußen ist. Als ich auf der entsprechenden HV in der Olympiahalle dem Gremium vorwarf, es habe eine Bank für 24 Mrd. Euro gekauft und ist die mit Mühe für 4 Mrd. Euro wieder losgeworden, weil sie niemandem in Vorstand und AR habe, der etwas von Bankgeschäften verstehe, hat der wirklich bedauernswerte Vorstandsvorsitzende Michael Dieckmann unter Anderem auf Herrn Achleitner verwiesen. Was blieb ihm auch weiter übrig, da die ganze HV tönte: Trennen Sie sich von dieser Bank. Zukünftig hat die Allianz ein Problem weniger und kann sich nun wieder besser auf das Kerngeschäft konzentrieren, Herr Dieckmann müsste der Deutschen Bank eigentlich dankbar sein, ich als Aktionär bin es gewiss.

  • die Liste der Kapitalisten die gehängt werden müssten ist lang!

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