Älteste Bank der Welt
Italien stützt Banca Monte dei Paschi

Die älteste Bank der Welt steckt in Zahlungsschwierigkeiten. Die 1472 gegründete Banca Monte dei Paschi wird aber nun vom Staat gestützt. Das Kabinett hat beschlossen, dem Institut unter die Arme zu greifen.
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Rom/MailandItalien stützt die angeschlagene Banca Monte dei Paschi di Siena (BMPS) erneut mit einer Finanzhilfe von zwei Milliarden Euro. Wie das Finanzministerium in Rom am Dienstag mitteilte, wird die Regierung zudem den der Bank 2009 gewährten Kredit von 1,9 Milliarden Euro durch einen neuen Kredit ersetzen. Damit belaufen sich die Hilfen für die BMPS, die das älteste Geldinstitut der Welt ist, auf insgesamt 3,9 Milliarden Euro.

Die Regierung erklärte, sich habe „dringende Maßnahmen zur Anhebung“ des Kapitals der Bank getroffen, da es dem Geldinstitut aufgrund der „derzeitigen extrem instabilen Marktbedingungen“ unmöglich gewesen sei, private Investitionen zur Stärkung ihres Eigenkapitals zu finden.

Die 1492 gegründete toskanische Bank benötigt früheren Berichten zufolge bis Ende Juni 3,267 Milliarden Euro, um die von der europäischen Bankenaufsicht EBA festgeschriebene Eigenkapital-Quote von neun Prozent zu erreichen. Die Rating-Agentur S&P stufte die Kreditwürdigkeit des altehrwürdigen Instituts bereits herab und rügte den „höheren Bestand an ausfallgefährdeten Vermögenswerten“.

Hintergrund sind Kapitalanforderungen der europäischen Bankenaufsicht (EBA) an die toskanische Bank mit Sitz in Siena: Bis Ende Juni muss das Institut sein Kapital um rund 3,3 Milliarden Euro aufstocken. Vorstandschef Fabrizio Viola habe die Kapitalsituation der Bank mit Sparmaßnahmen verbessert, allerdings fehlten ihm immer noch 1 bis 1,4 Milliarden Euro um die Lücke zu stopfen, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa am vergangenen Sonntag weiter.

Am Samstag hatte die Bank aus „organisatorischen Gründen“ eine geplante Vorstandssitzung verschoben. In der Sitzung soll der neue Geschäftsplan abgesegnet werden. Am Mittwoch soll der Plan Analysten präsentiert werden. Es war bereits der zweite Sitzungsaufschub. Ursprünglich sollte die Vorstandssitzung am 15. Juni stattfinden.

Italiens Banken sind in einem stabileren Zustand als im Euro-Krisenland Spanien. Doch im Gegensatz zu anderen Instituten wurde Monte dei Paschi von den Turbulenzen hart getroffen, vor allem weil die Bank auf einer großen Menge an italienischen Staatsanleihen sitzt. Die Bilanz für 2011 weist Verluste von 4,7 Milliarden Euro auf, überwiegend Wertberichtigungen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Dann können wir ja darauf warten, daß in kürze die Bank und der Staat weitere Herabstufungen durch die Ratingagenturen erleben und die Kurse für italienische Anleihen weiter sinken werden. Das ist mittlerweile fast schon die normale Folge.

  • Das erinnert doch stark an Spanien.

    War es in Irland auch nicht so?

    Was sollte eigentlich der europäische Stresstest, bei dem die Banken ein Szenario "scharfe (mehrjährige) Rezession" bestanden haben.

    Es drängt sich der Verdacht auf, dass viele Banken (und Versicherungen) gar kein funktionierendes – ertragreiches -Geschäftsmodell besitzen.

    Wenn jetzt sich das konjunkturelle Umfeld noch verschlechtert, wie gut sind die „alten Bekannten“ aufgestellt?

    Commerzbank?

    UniCredit?

    Kapitalschwache Lebensversicherer?

    Vielleicht sollte man auf Gelddrucker wie DeLa Rue setzen…….

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