AGF-Offerte: Neuer Ärger für die Allianz

AGF-Offerte
Neuer Ärger für die Allianz

Der Allianz-Konzern droht auf Schwierigkeiten bei der geplanten Vollübernahme seiner französischen Tochter AGF zu stoßen. Frankreichs Aktionärsschützerin Colette Neuville kündigte gegenüber der Handelsblatt-Partnerzeitung „La Tribune“ an, gegen die Konditionen der Übernahme klagen zu wollen, sollten ihre Kritikpunkte bei der definitiven Offerte nicht ausgeräumt sein.

PARIS. Eine Klage würde den Übernahmeprozess vermutlich um drei bis vier Monate verzögern. Laut AGF-Chef Jean-Philippe Thierry will die Allianz Freitag ihr definitives Angebot an die AGF-Aktionäre einreichen.

Neuville stört sich an den Details der Übernahmeofferte für die AGF-Minderheitsaktionäre, die die Allianz am 18. Januar angekündigt hatte. Demnach will die Allianz die verbleibenden 42,4 Prozent des AGF-Kapitals für rund 126 Euro in einer gemischten Bar-/Aktienofferte übernehmen. Nach dem Auslaufen dieser Offerte will die Allianz die verbleibenden Minderheitsaktionäre auskaufen (Squeeze-out). Sollte die Allianz nicht die dazu nötigen 95 Prozent des AGF-Kapitals besitzen, will der Konzern mit der AGF fusionieren. Dabei könnten aber, so die Allianz, die finanziellen Bedingungen schlechter sein als bei der ersten Übernahmeofferte. Für Neuville stellt dieser Passus eine „Drohung“ an die AGF-Minderheitseigner da.

Bei der Vorstellung der AGF-Ergebnisse versprach AGF-Chef Jean-Philippe Thierry lediglich, dass die definitive Offerte „Präzisierungen“ enthalten werde, die auf diese Kritik eingingen. Zudem spielte er die Möglichkeit einer Fusion herunter, die lediglich eine „Hypothese“ sei.

Neuville kritisiert zudem auch die Höhe des Angebots. Auch der Aktienmarkt scheint auf eine Aufstockung der Offerte zu hoffen. Am Dienstag notierte die AGF-Aktie bei etwas über 127 Euro und damit knapp einem Euro über dem Niveau der Allianz-Offerte.

Mit einem Anstieg des Nettogewinns von 18,4 Prozent auf 1,9 Mrd. Euro verabschiedet sich die AGF mit guten Zahlen aus der Selbstständigkeit. Allerdings profitierte der Versicherer von Einmaleffekten wie Gewinnen aus der Abwicklung von alten Industrieversicherungsverträgen. Analysten zeigten sich mit den Zahlen zufrieden, bemängelten indes die schwache Erhöhung der Dividende um 18,1 Prozent auf 4,25 Euro.

Wachstumstreiber war das Lebensversicherungsgeschäft, dagegen sanken in Frankreich die Einnahmen im Schaden-/Unfallgeschäft. So kämpft AGF mit Marktanteilsverlusten bei Kfz-Policen.

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