Agrarsektor
Allianz setzt auf Ernteausfall-Versicherungen

Die Versicherungsgruppe will an der Neuordnung der EU-Agrarsubventionen verdienen. Ein stärkerer Rückgriff auf Satellitenaufnahmen der europäischen Weltraumbehörde soll auch die Versicherung kleinerer Bauernhöfe ermöglichen.
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MünchenEuropas größter Versicherer Allianz will künftig verstärkt Geld mit dem Schutz gegen Ernteausfälle verdienen. "Die Neuordnung der europäischen Agrarsubventionen 2013 ist eine große Chance für uns", sagte Thomas Heintz vom konzerneigenen Rückversicherer Allianz Re der "Börsen-Zeitung" (Mittwochausgabe). Mehr Möglichkeiten rechnet sich der Versicherer auch in den Schwellenländern aus. Die Europäische Weltraumbehörde plane künftig mehr Satellitenaufnahmen und ermögliche so die effizientere Versicherung auch kleinerer Bauernhöfe, sagte Heintz.

Die Allianz versteht sich mit einem Beitragsvolumen von 1 Milliarde Euro als Marktführer in der Erstversicherung für das Agrarsegment. Der Gesamtmarkt wird auf 16 Milliarden Euro geschätzt. In der Rückversicherung spielt der Konzern mit 75 Millionen Euro bei einem Marktvolumen von 3 Milliarden Euro eine untergeordnete Rolle. Der größte Markt für Agrarversicherungen sind die USA vor China.

Die Schäden durch extreme Wetterereignisse können in die Milliarden gehen. So fügte die Trockenheit 2003 deutschen Bauern nach Rechnung des weltgrößten Rückversicherers Munich Re Ausfälle von 1,3 Milliarden Euro zu. Vom Staat habe es hier nur 70 Millionen Euro gegeben.

Heintz sieht die Regierungen in der Pflicht, auf anderem Weg zu helfen: "Eine staatliche Subventionierung ist zwingend notwendig." Sonst seien die Versicherungsbeiträge kaum bezahlbar oder die Selbstbehalte der Landwirte so hoch, dass diese keine Policen abschlössen. Die Agrarbeihilfen 2013 bis 2018 werden derzeit in der EU verhandelt.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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