Aktie abgestraft: Schlechtes Deutsche-Bank-Ergebnis überrascht Analysten

Aktie abgestraft
Schlechtes Deutsche-Bank-Ergebnis überrascht Analysten

Die Finanzkrise hat die Deutsche Bank im vierten Quartal mit voller Wucht getroffen und zu einem Rekordverlust geführt. Die Analysten wurden vom Ausmaß der Fehlbeträge negativ überrascht, die Börse strafte die Aktie mit einem kräftigen Minus ab. Als "fürchterlich" bezeichnete Analyst Olaf Kayser von der Landesbank Baden-Württemberg die Ergebnisse des Branchenprimus.

FRANKFURT. Der Experte bezeichnet es aber als wichtig, dass die Deutsche Bank einige Zahlen kommuniziert habe, insbesondere da das Kernkapital durch die Übernahme der Postbank verwässert werden könne. Positiv sei, dass die Bank reinen Tisch zu machen scheine, in dem sie ihre Risikopositionen verringert habe.

"Die Eckdaten sind eine herbe Enttäuschung, der Fehlbetrag ist deutlich höher ausgefallen als erwartet", sagte Analyst Sebastian Reuter vom Bankhaus Hauck & Aufhäuser. Die Deutsche Bank habe die Investoren "schockiert", der Anpassungsprozess an die neuen Herausforderungen gestalte sich "sehr schmerzhaft", hieß es bei den Analysten der NordLB, die eine Verkaufsempfehlung für die Deutsche-Bank-Aktie aussprachen.

Die Deutsche Bank hat im vierten Quartal nach vorläufigen Zahlen einen Verlust nach Steuern von 4,8 Mrd. Euro erlitten, vor allem durch das Investment-Banking. Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern jetzt einen Verlust von 3,9 Mrd. Euro. Zum Vergleich: Im Boomjahr 2007 war noch ein Rekordgewinn von 6,5 Mrd. Euro angefallen. Neben dem Investment-Banking schrieb auch der Bereich Vermögensverwaltung rote Zahlen, hauptsächlich wegen Goodwill-Abschreibungen bei der Fondstochter DWS Scudder und "materiellen Zuschüssen" zu Geldmarktfonds. Per Saldo schloss das Geschäftsfeld mit einem Minus von 600 Mio. Euro ab.

Vorstandschef Josef Ackermann zeigte sich "sehr enttäuscht" über den Geschäftsverlauf. "Das extrem schwierige Marktumfeld hat einige Schwächen in der Bank aufgezeigt", erklärte er. Die Bank habe die Risiken bei Übernahmefinanzierungen und gewerblichen Immobilien deutlich reduziert, hier rechne man nicht mehr mit weiteren negativen Effekten. Handelsstrategien, die durch Marktturbulenzen am meisten betroffen gewesen seien, habe man eingestellt oder reduziert.

Seite 1:

Schlechtes Deutsche-Bank-Ergebnis überrascht Analysten

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%