Aktie gibt nach Quartalsbilanz: Deutsche Bank wird vorsichtig

Die Deutsche Bank hat im zweiten Quartal ihren Gewinn um fast ein Drittel gesteigert – und das trotz schwacher Aktienmärkte. Ganz konnte sich aber auch der heimische Branchenprimus nicht von den Börsenturbulenzen abkoppeln. Eine Sparte rutschte in die roten Zahlen. Obendrein trübte eine Äußerung von Konzernchef Ackermann die Stimmung. Die Aktie gab nach.
Die Deutsche Bank - hier die Frankfurter Zentrale - hat ein ordentliches zweites Quartal hinter sich. Foto: dpa

Die Deutsche Bank - hier die Frankfurter Zentrale - hat ein ordentliches zweites Quartal hinter sich. Foto: dpa

HB FRANKFURT. Deutschlands größtes Geldhaus verbuchte von April bis Juni unter dem Strich einen Gewinn von 1,226 Mrd. Euro nach 947 Mill. Euro im Vorjahreszeitraum, wie die Bank am Dienstag mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit 3 Mill. Euro mehr gerechnet. Die Erträge legten im Konzern um 15 Prozent auf 6,8 Mrd. Euro zu, während sich der Verwaltungsaufwand um 12 Prozent auf 4,84 Mrd. Euro erhöhte.

Für das zweite Quartal errechne sich eine Eigenkapitalrendite von 29 Prozent, hieß es. Das sind 4 Prozentpunkte mehr als im Vorjahreszeitraum. Mit dem starken Abschneiden im Auftaktquartal ergebe sich für die ersten sechs Monate gemäß der hauseigenen Zieldefinition – also ohne Verkaufserlöse oder Restrukturierungslasten – eine Rendite von 35 Prozent nach 20 Prozent vor einem Jahr. Damit liegen die Frankfurter weit über der eigenen Zielmarke von 25 Prozent, die dauerhaft erreicht werden soll. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hat aber bereits mehrfach Luft nach oben angedeutet.

Zurückhaltung bei Prognose

Zu den kurzfristigen Aussichten der Bank äußerte sich Vorstandschef Josef Ackermann allerdings eher zurückhaltend. Die durch Inflationsängste hervorgerufene Verunsicherung über die Fortsetzung des weltweiten Wirtschaftswachstums sei geeignet, die Finanzmärkte zu beeinträchtigen, erklärte der Schweizer am Dienstag bei Vorlage der Quartalszahlen in Frankfurt. Mittel- und langfristig seien die Aussichten für die Bank jedoch günstig.

Die Aktienmarktschwäche machte dem Institut bereits schaffen. Zwar legte das Handelsergebnis auf 1,7 Mrd. Euro zu. Allerdings blieb die Bank damit zugleich deutlich hinter den Erwartungen. Analysten hatten für diese Ergebniskomponente trotz einer deutlichen Abschwächung der Märkte im Verlauf des zweiten Quartals einen Wert von rund 2,2 Mrd. Euro erwartet.

Im Eigenhandel mit Aktien wies die Deutsche Bank für April bis Juni sogar einen Verlust aus. Der Eigenhandel habe einige der im Vorquartal erzielten Marktwertgewinne wieder verloren, stellte das Institut fest. Die Höhe des Verlustes wurde nicht beziffert. Es hieß jedoch, dass für die ersten sechs Monate ein „deutlich positiver Gewinnbeitrag“ des Aktien-Eigenhandels verbleibe. Insgesamt verbuchte die Deutsche Bank im Segment Verkauf und Handel von Aktien und -derivaten einen Ertragsanstieg um 23 Prozent auf 743 Mill. Euro.

Aktie gibt nach

Der Markt nahm das Zwischenergebnis negativ auf; die Aktie verlor kurz nach Handelsstart 2,5 Prozent. Mehrere Analysten verwiesen auf das schwache Handelsergebnis. Olaf Kayser von der Landesbank Rheinland-Pfalz ergänzte, Ackermanns Ausblick zeige, dass die Bank kurzfristig nicht sehr optimistisch sei. Im ersten Quartal hatte die Bank noch einen Rekordgewinn von 1,71 Mrd. Euro eingefahren.

Da half es auch nichts, dass Zins- und Provisionsüberschuss im Quartal die Erwartungen übertrafen: mit einem Sprung von 1,61 auf 1,87 beziehungsweise 2,35 auf 2,95 Mrd. Euro. Die Risikovorsorge bezifferte die Deutsche Bank auf 78 nach 80 Mill. Euro.

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