Aktie stürzt um 20 Prozent ab
Royal Bank of Scotland schockt mit Milliardenverlust

Große Tradition schützt nicht vor Missmanagement: Die Royal Bank of Scotland hat im zweiten Quartal einen Milliardenverlust hingelegt - und der fiel auch noch deutlich höher aus als erwartet. Der Aktienkurs stürzt ab.
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LondonDie teilverstaatlichte Royal Bank of Scotland (RBS) kommt nicht aus der Krise heraus. Im ersten Halbjahr schrieb das Institut einen Verlust von 1,4 Milliarden Pfund. Das ist viel schlechter als von Analysten erwartet. Belastet wurde das Ergebnis von hohen Abschreibungen auf griechische und irische Staatsanleihen und Rückstellungen für Schadensersatzansprüche von Kunden, die die Bank mit Kreditausfallversicherungen falsch beraten hatte. Im ersten Halbjahr 2010 hatte das Institut einen Mini-Gewinn von neun Millionen Pfund erzielt.

Der Aktienkurs reagierte - und wie: Die Papiere fielen zum Handelsstart um gut 20 Prozent, erholte sich danach aber wieder und tendierte bei Minus 14 Prozent.

Im zweiten Quartal verbuchte das Institut vor Steuern einen Verlust von 678 Millionen Pfund (780 Millionen Euro). Unter dem Strich lag das Minus sogar bei 897 Millionen Pfund. Die Abschreibungen für faule Kredite stiegen auf knapp 2,3 von zwei Milliarden Pfund im ersten Quartal. Vor einem Jahr mussten allerdings 2,5 Milliarden Pfund abgeschrieben werden.

Die RBS stellte 733 Millionen Pfund für Wertminderungen bei griechischen Staatsanleihen zurück. Die Bilanz wurde zusätzlich durch 850 Millionen Pfund an Provisionszahlungen belastet, die für die Kompensation falsch beratener
Kunden benötigt wird.

Gestern gab es Presseberichte, nach denen die RBS massiv Stellen abbauen will - ähnlich wie es die heimischen Rivalen HSBC und Barclays bereits angekündigt hatten. Bei der RBS würden etwa 2000 Arbeitsplätze im Investment-Banking gestrichen, schrieb die „Financial Times“.

Die Zeitung zitierte den Leiter des globalen Bank- und Kapitalmarktgeschäfts, John Hourican, mit den Worten, dass eine kleinere und konzentriertere Einheit stabilere Gewinne abwerfe.

Ein RBS-Sprecher sagte dazu, Bankchef Stephen Hester habe bereits deutlich gemacht, dass weitere Stellenstreichungen anstünden, auch im Investmentbanking. Der Großteil davon sei aber bereits erfolgt. Ob der Abbau einer konkreten Zahl weiterer Jobs geplant sei, wollte der Sprecher nicht sagen.

Die RBS hat im Zuge der Finanzkrise bereits 27.500 Arbeitsplätze abgebaut. Auch im Investment-Banking, dass radikal verschlankt wurde, fielen Tausende Stellen weg. Auch zahlreiche anderen Großbanken bauen wegen der angespannten Lage am Kapitalmarkt und der schärferen Regulierung ihr Geschäft um und bauen Personal ab.

Europas größte Bank HSBC kündigte am Montag an, 30.000 Jobs und damit jede zehnte Stelle zu streichen. Konkurrent Barclays will in diesem Jahr weitere rund 3000 Stellen kappen. Auch die Schweizer Institute Credit Suisse und UBS sowie die US-Bank Goldman Sachs kürzen bei der Belegschaft.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Aktie stürzt um 20 Prozent ab: Royal Bank of Scotland schockt mit Milliardenverlust"

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  • Von mir aus kann die RBS völlig vom Markt verschwinden. Weil das Management zu geldgierig ist. So kündingte ich meiene Kreditkarte weil allein die Auslandsgebühren 2% bei jedem Krditkartenposten außerhalb des Euroraumes ausmacht. Normal sind höchstens 1%. Und natürlich sind 0% Aufschlag auf Nicht-Euro-Umsätze auch möglich. Schließlich verzichtet der Händler bei Visa & MC ohnehin auf 4% (!?). Da sollten gelegentliche Extragebühren für fremde Währungen keine große Rolle mehr spielen. Aber diese Einsicht gibt es nicht bei der RBS. Dieses nur als Beispiel.

  • Wie ist das möglich das diese Bank Verluste macht
    wobei die doch günstge Gelder bekommen zum Bsp, 25%
    von Privaten Anlegern. Was machen die mit diesen Geldern

  • Sie treffen den Nagel auf den Punkt !
    Danke für Ihren Kommentar.

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