Aktie unter Druck
Deutsche Bank prüft Kapitalerhöhung

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Deutsche Bank größter Verlierer im Dax

Außerdem diskutiert das Institut mit den Aufsehern, ob riskante Vermögenspositionen korrekt bewertet sind. Die Londoner EU-Bankenregulierungsbehörde EBA hatte Anfang April – fast unbemerkt von der Öffentlichkeit – ihren Entwurf für die Umsetzung der Eigenkapital-Richtlinie CRD IV vorgestellt, der strengere Anforderungen stellt, als die Deutsche Bank sie bisher in ihren Büchern anwendet.

Zusätzliches Kapital könnte die Bank auch brauchen, um Wachstumschancen im schwächelnden Investmentbanking zu nutzen. Für das Quartalsergebnis, das am Dienstag vorgelegt wird, erwarten Analysten einen niedrigeren Gewinn als im Vorjahreszeitraum, nicht zuletzt weil der Handel mit Devisen, Anleihen und Rohstoffen ähnlich wie bei der Konkurrenz schlecht gelaufen sein dürfte.

Die Analysten von Equinet schrieben in einem Kommentar, sie würden eine Kapitalerhöhung im Volumen von mindestens fünf Milliarden Euro begrüßen. Ein solcher Schritt würde die Sorgen um die Kapitaldecke kleiner werden lassen. Die Bank wäre wieder in einer Position, in der sie Marktanteile gewinnen könnte, statt die Bilanz zu schrumpfen, um die Kapitalquote zu verbessern, erklärten die Analysten.

An der Börse kommen die Berichte nicht gut an. Der Aktienkurs ist am Vormittag um bis zu 2,5 Prozent auf 31,16 Euro gefallen, damit ist der Markführer größter Verlierer im Dax. „Die Aktien der Deutschen Bank dürften nun erstmal das Nachsehen haben – zumindest, solange nicht alle Fakten auf dem Tisch liegen“, sagte ein Händler.

In einer ersten Einschätzung begrüßen die Analysten von Equinet eine Kapitalerhöhung im Volumen von mindestens fünf Milliarden Euro. „Wir würden eine Kapitalerhöhung in einem Volumen von mindestens fünf Milliarden Euro begrüßen, weil sie die Sorgen um die Kapitaldecke der Deutschen Bank beenden würde und die Bank in die Lage versetzen würde, Marktanteile zu gewinnen, statt die Bilanz zu schrumpfen“, schrieb Equinet-Analyst Philipp Häßler in einem Kommentar.

Die Aktien der Deutschen Bank enttäuschte die Anlegern in den vergangenen Monaten. In nden vergangenen drei Monaten verlor die Aktie laut Reuters knapp 13 Prozent. Seit Jahresbeginn beträgt das Minus fast acht Prozent. Vor Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2007 lag der Aktienkurs noch über der Marke von hundert Euro. Die Dividende beträgt aktuell 75 Eurocent je Aktie, die Dividendenrendite beziffert Reurters mit 2,4 Prozent. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei 14,3.
Die lange Analyse des Handelsblatts finden Sie als Download im Kaufhaus der Weltwirtschaft.

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Robert Landgraf
Robert Landgraf
Handelsblatt / Chefkorrespondent Finanzmärkte
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Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Aktie unter Druck: Deutsche Bank prüft Kapitalerhöhung"

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  • Die Zeit von Fitschen ist eh vorbei, er klebt nur noch am Stuhl (lame duck) und der Inder ist lediglich ein Zocker; arme Deutsche Bank, bleibt zu hoffen, dass bald fähige Köpfe das Sagen haben.

    Das i-Tüpfelchen wäre nur noch, wenn die DB ebenfalls Lottogewinner (analog Merck Finck) aus Profitgier abgezockt hätte; mit Blick auf das gegenwärtige unterirdische Standing der DB wäre der Verdacht nicht ganz aus der Welt gegriffen.

  • Genau wie bei der Commerzbank bezahlen die Aktien-Inhaber der Deutschen Bank über Kapitalerhöhung den "Schuldenschnitt" für Griechenland.

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    Wenn man seinem Kind alles bezahlt (Miete, Kreditraten, Strom, Heizung, vollen Kühlschrank) und obendrein Taschengeld gibt und es dann am Monatsende Taschengeld übrig hat - hat es dann "gut gewirtschaftet" ??

    Genau das behauptet man von Griechenland. Es hat "Taschengeld" übrig, weil Griechenland nichts ausgeben muss - sondern alles ANDERE bezahlen.

    Ist dann nicht eine Überschrift "Griechenland kommt langsam auf die Beine" - TOTAL VERLOGEN ???

  • ein alter überforderter Fitschen und ein spielsüchtiger Inder an der Spitze einer systemrelevanten Bank.
    Wie lange kann das noch gut gehen?

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