Aktienhandel: Deutsche Börse stellt Weichen neu

Aktienhandel
Deutsche Börse stellt Weichen neu

Um dem zunehmenden Wettbewerb im Börsenhandel zu begegnen, geht die Deutsche Börse neue Wege. Das Unternehmen will den schwedischen Agency Broker Neonet kaufen, um damit Zugang zu neuen Kunden zu bekommen. Damit wählen die Frankfurter eine andere Strategie als ihre europäischen Konkurrenten.

DÜSSELDORF. Die Pläne der Deutschen Börse, den Handelsdienstleister Neonet zu kaufen, haben die Aktien des schwedischen Unternehmens beflügelt. An der Börse in Stockholm gewannen die Neonet-Titel am Mittwoch 20 Prozent auf 12,50 Kronen, nachdem sie am Vortag wegen eines Feiertages in Schweden nicht auf die geplante Fusion reagieren konnten. Neonet hatte am Dienstag bestätigt, dass man „Gespräche über eine Kooperation“ führe, ohne jedoch zu sagen, mit wem. Die Deutsche Börse lehnt einen Kommentar zu dem Thema ab.

Nach Informationen des Handelsblatts hat die Börse bereits im vergangenen Jahr ein nicht-öffentliches Angebot für Neonet vorgelegt. Im Gespräch war dabei ursprünglich ein Preis von 25 schwedischen Kronen je Aktie, was das Unternehmen mit rund 150 Mio. Euro bewertet hätte. Weil der Neonet-Kurs zwischenzeitlich auf weniger als zehn Kronen zurückgefallen war, wollte die Börse die Konditionen aber neu verhandeln. Inzwischen soll das Gebot nur noch bei einem hohen zweistelligen Millionenbetrag liegen, heißt es in Finanzkreisen.

Neonet entwickelt Technologien für den elektronischen Börsenhandel und platziert als so genannter „Agency Broker“ für große institutionelle Investoren Orders an rund 30 internationalen Handelsplätzen. Weltweit kommen die Schweden auf rund 250 Kunden, vor allem in Skandinavien, Großbritannien und den USA.

Genau hier liegt die Attraktivität der Skandinavier für die Deutsche Börse begründet. Die Frankfurter bekämen über Neonet Zugang zu zusätzlichen Orderströmen und könnten so dem schleichenden Bedeutungsverlust im Aktienhandel entgegenwirken. Wie alle etablierten Handelsplätze leiden auch die Frankfurter unter der zunehmenden Fragmentierung des Kassageschäfts, das vom Aktienhandel dominiert wird. Begünstigt durch bessere Marktzugangsvoraussetzungen im Zuge der europäischen Finanzmarktrichtlinie Mifid sind in den vergangenen Monaten zahlreiche neue Handelsplattformen entstanden. Die prominentesten Neugründungen Turquoise und Chi-X, hinter denen große Investmentbanken stehen, kommen bisher gemeinsam auf einen Marktanteil von deutlich mehr als zehn Prozent.

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