Aktienpaket abgestoßen
Britische Regierung trennt sich Lloyds-Anteilen

Einen milliardenschweren Lloyds-Anteil hat die britische Regierung verkauft. Das Paket entspricht sechs Prozent der Anteile. Dem Staat gehört dennoch noch knapp ein Drittel der Bank.
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LondonDie britische Regierung hat ein Paket mit Aktien der Großbank Lloyds Banking Group für 3,21 Milliarden Pfund (3,83 Milliarden Euro) abgestoßen. Das Paket entspricht sechs Prozent der Lloyds-Anteile, teilte die staatliche Agentur UKFI am Dienstag vor Börsenstart mit. Der Staat hält damit noch 32,7 Prozent an der Bank, die er in der Finanzkrise im Jahr 2008 mit mehr als 20 Milliarden Pfund vor dem Zusammenbruch retten musste.

Das Aktienpaket wurde zum Anteilspreis von 75 Pence verkauft. Die Regierung hatte im Jahr 2008 im Schnitt 73,8 Pence für die Lloyds-Aktien bezahlt und somit brutto ein Plus von rund 60 Millionen Pfund gemacht. Allerdings war der Staat auch an den laufenden Verlusten der Bank beteiligt. Vor einem weiteren Anteilsverkauf will UKFI, die auch die Beteiligung an der ebenfalls mit öffentlichen Geldern gestützten Royal Bank of Scotland (RBS) verwaltet, mindestens 90 Tage warten.

Die Regierung hatte Lloyds 2008 in der Finanzkrise aufgefangen und insgesamt umgerechnet knapp 25 Milliarden Euro an Steuermitteln in das Geldhaus gepumpt. Für Lloyds und RBS zusammen beliefen sich die Rettungsgelder sogar auf 79 Milliarden Euro.

Aus Regierungssicht ist die Trennung von den Bankenanteilen ein entscheidender Schritt, damit sich das Land von der Krise erholen kann. Ein Sprecher des Finanzministeriums erklärte, dabei sollten der größte Wert für die Steuerzahler erzielt sowie die Wirtschaft unterstützt werden.

Lloyds-Chef Antonio Horta-Osorio hat das Institut seit seinem Amtsantritt im Jahr 2011 zurück in die Spur gebracht. Es schreibt wieder Gewinne und kommt bei der Senkung der Kosten und der Stärkung der Kapitaldecke schneller voran als geplant. Investoren hoffen darauf, dass Lloyds ab kommendem Jahr wieder Dividenden zahlt.

Anders als RBS und Lloyds konnte der heimische Rivale Barclays einen Einstieg des Staates vermeiden. Er sicherte sich in der Krise die Unterstützung des Golfstaates Katar, der umgerechnet 6,3 Milliarden Euro investierte und zum größten Barclays-Aktionär aufstieg.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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