Allianz-Aufsichtsratschef Michael Diekmann
Die Rückkehr des Patriarchen

Michael Diekmann, der Ex-Chef des Versicherers, kontrolliert künftig seinen Nachfolger Oliver Bäte bei der Allianz. Die Hoffnungen in den Topmanager alter Schule sind groß – denn Bäte kommt nicht überall gut an.
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FrankfurtGefühle trägt der Westfale Michael Diekmann ungern nach außen. Entsprechend nüchtern fällt auf der Hauptversammlung des Versicherungskonzerns Allianz seine Vorstellung aus. „Mein Name ist Michael Diekmann, ich bin verheiratet und habe vier Kinder – und in den letzten Jahren habe ich mich fit gehalten“, lautet seine kurze Selbstdarstellung. Doch so trocken und emotionslos der 62-Jährige sich auch gibt, so groß sind die Erwartungen im Konzern an ihn.

Denn der stets braun gebrannte Manager mit dem kantigen Kinn ist der neue starke Mann im Aufsichtsrat des Versicherungskonzerns. Seit Sonntag sitzt er im Kontrollgremium, wo er Helmut Perlet als Vorsitzenden ablöst – pünktlich zum Ende der vorgeschriebenen zweijährigen Abkühlungsphase beim Übergang vom Konzernlenker zum -kontrolleur. Viele in der Allianz hoffen auf den studierten Juristen, denn sein Nachfolger Oliver Bäte, der vieles anders macht, stößt auf Widerstand.

Diekmann dagegen ist ein Topmanager alter Schule. Das grau-blonde Haar ist akkurat gescheitelt, der Anzug sitzt, als er vor die Anleger tritt. Er kennt den Konzern in- und auswendig, auch wenn er zunächst in der Buchbranche startete. Erst mit 34 Jahren fing er als Assistent bei der Versicherung in Hamburg an und machte in den folgenden Jahrzehnten eine mustergültige Karriere.

Dass sich Diekmann gegen Bäte stellen wird, ist nicht zu erwarten. Denn der verfolgt den Weg weiter, dem ihn sein Ex-Chef vorgemacht hat. Aktionärsschützerin Daniela Bergdolt glaubt, das neue Duo tue dem Konzern gut. „Bäte ist derjenige, der Dinge vorantreibt und forciert, Diekmann steht eher für einen konservativen Ansatz“, meint sie. Kann das harmonieren? Der Praxistest beginnt jetzt.

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