Allianz
Ein Gigant öffnet das Füllhorn

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Die Allianz erteilt Ratschläge an die Wettberber

Die Lage scheint so gut, dass Wemmer sogar Zeit für Ratschläge an die Wettbewerber findet. So hält der scheidende Allianz-Finanzvorstand, der altersbedingt Ende des Jahres das Unternehmen verlässt, einen Verkauf von Lebensversicherungs-Beständen an einen professionellen Abwickler nicht für grundsätzlich negativ. Wenn die Finanzaufsicht Bafin ein Auge darauf habe, „sollte das für den Kunden neutral sein, vielleicht sogar leicht positiv“, sagte er.

Mehrere große Lebensversicherer wie die Munich-Re-Tochter Ergo und Generali Deutschland prüfen derzeit, ob sich ihre Bestände klassischer Garantie-Policen verkaufen lassen. Wemmer kritisierte die Konkurrenten aber für den Umgang mit dem Thema. Die Branche müsse darauf achten, die Lebensversicherung als Produkt nicht durch Negativ-Schlagzeilen zu beschädigen. Die Allianz, Deutschlands mit Abstand größter Lebensversicherer, will an ihren Beständen jedoch festhalten und das Neugeschäft nicht einstellen. "Wir haben in Europa keine Pläne, ein Geschäft in den Run-off zu setzen", betonte Wemmer.

Doch es war nicht die einzige Botschaft, die der scheidende Finanzchef noch loswerden wollte. Offen kündigte Wemmer an, dass der Konzern in der anstehenden Erneuerungsrunde keine höheren Rückversicherungsprämien zahlen wolle. „Wir haben die Rückversicherung kaum belastet, ich glaube, wir haben darum gute Argumente, um Erhöhungen zu vermeiden“, sagte er.

Die großen Rückversicherer setzen dagegen darauf, dass die Serie von Wirbelstürmen die Preise auf dem globalen Markt nach jahrelangem Sinkflug wieder steigen lassen. „Wir rechnen für die kommenden Verhandlungen wieder mit steigenden Preisen – insbesondere in den von Katastrophen besonders betroffenen Märkten“, hatte erst Ende der Woche Munich-Re-Finanzvorstand Jörg Schneider betont. In der Munich-Re-Zentrale, die nur wenige hundert Meter von der Allianz entfernt liegt, dürften die Worte von Wemmer aufmerksam verfolgt worden sein.

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