Allianz-Interview

„Der Umsatz pro Kunde soll steigen“

Die Allianz-Vorstände Markus Rieß und Severin Moser wollen die Sachversicherung profitabler machen, um verlorene Marktanteile wieder rein zu holen. Zur Strategie gehören neue Produkte, auch der Abbau von Stellen.
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Severin Moser (l) verantwortet im Vorstand der Allianz Deutschland den Bereich Sachversicherung. Dr. Markus Rieß ist Vorstandsvorsitzender der Allianz Deutschland AG. Quelle: Thomas Eonberger / argum für Handelsblatt

Severin Moser (l) verantwortet im Vorstand der Allianz Deutschland den Bereich Sachversicherung. Dr. Markus Rieß ist Vorstandsvorsitzender der Allianz Deutschland AG.

(Foto: Thomas Eonberger / argum für Handelsblatt)

Handelsblatt: Die Allianz ist unumstrittener Marktführer in Deutschland. Doch in der Sachversicherung, der Königsdisziplin, verlieren Sie seit Jahren Marktanteile. Im dritten Quartal machten Sie aufgrund von hohen Aufwendungen für Naturkatastrophen sogar Verluste im operativen Geschäft. Ist die Organisation fett und träge geworden?

Markus Rieß: Das ist mir zu eindimensional. Der Markt verändert sich sehr nachhaltig. Zum Beispiel durch das Internet.

Aber Sie müssen handeln.

Rieß: Richtig ist: Wir haben eine äußerst erfolgreiche Lebensversicherung und eine wirklich gute Krankenversicherung. Auch in der Sachversicherung sind wir mit sehr großem Abstand Marktführer. Doch wir verlieren Marktanteile und sind in der Profitabilität nicht da, wo wir einmal waren, und auch nicht da, wo wir hinwollen. Daher haben wir uns entschlossen, ein Programm zu starten, das uns langfristig auf einen profitablen Wachstumspfad zurückführt. Dieses Programm beraten wir in den nächsten Wochen mit den Arbeitnehmer-Gremien.

Wie heißt das Programm?

Rieß: Es heißt, nicht sehr spektakulär, „Zukunftsprogramm Sachversicherung“.

Was sind die konkreten Ziele?

Rieß: Wir wollen den Umsatz in der Sachversicherung bis 2014 von zuletzt 8,95 auf 9,5 Milliarden Euro steigern.

Und bei der Profitabilität?

Rieß: Unsere Schadenkostenquote - also das Verhältnis von Schaden und Kosten zu den Prämieneinnahmen - soll auf 95 Prozent sinken. 2010 lag sie aufgrund hoher Belastungen aus Naturkatastrophen leicht über 100 Prozent.

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5 Kommentare zu "Allianz-Interview: „Der Umsatz pro Kunde soll steigen“"

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  • Ich und meine Verwandte sind seit Jahren Kunden bei Allianz und haben leider schon paar Schäden gehabt. Funktioniert!!! Es wurde unproblematisch und großzugig reguliert! P.S. Es ist wichtig ein Berater zu haben, der in der Stresssituation für dich da ist.

  • Seit 20 Jahren bin ich Allianz Kunde. Sicherlich auch für jeden Markting Strategen ein ideal Kunde.

    Um Neu-Abschlüsse mache ich abber einen großen Bogen:

    (1) Zu teuer, egal ob in Versicherung oder Geldanlage. Ich brauche keinen "Berater = Vertreter", warum kann man nicht direkt abschließen?

    (2) ETF´s für "Altverträge", Fehlanzeige!

    (3) Strategie: Viele Berater sind für die Allianz tätig(die letzlich der Kunde bezahlt), Mehrwerte für den Kunden erkenne ich jedoch durch diese nicht!

  • Der Allianz geht doch gerade der Arsch auf Grundeis (Staatsanleihen der verschiedenen Länder, die man noch nicht abstoßen konnte).

    Außerdem konnte man die letzten Jahre nicht so viele Leute von der tollen Riester-Schneeballsystem überzeugen.

  • "Unsere Schadensquote soll sinken..."
    "Der Umsatz pro Kunde soll steigen."

    Wenn es eine Versicherung gibt, von der man dies erwartet, dann die Allianz.
    Der Versicherungsnehmer ist bei denen schon seit Jahren der Dumme.
    Die Raten sind im Vergleich viel zu hoch.
    Die Allianz ist überall ganz vorne mit dabei, wenn es Beschwerden der Kunden geht.
    Die "Vorsorge-Produkte" sind so mangelhaft, dass Gerichte ständig die Unwirksamkeit der von der Allianz verwendeten Klauseln feststellen.
    Wenn ich mir das Interview durchlese, dann weiß ich doch, was auf die Kunden zukommt (wenn ich das als Kunde nicht eh schon mitbekommen habe).
    Für die Allianz wird es wohl Zeit, dass die Politik ein neues Volksverdummungs-Produkt auflegt.
    Man könnte es ja Riester 2.0 nennen.

  • Mehr Verträge pro Kunde, mehr Umsatz pro Kunde - 20 Jahr bin ich jetzt in der Branche und noch immer die gleichen Cross-Selling-Konzepte. Auch der Produktbaukasten ist wieder da. Bestimmt auch noch irgendwelche Pluspunkte ab dem dritten Produkt im Haus und Produktkombinationen die wirklich jeder braucht.

    Wann gibt es endlich einmal wirklich neue Ideen? Vielleicht Produkte anbieten, die den Kunden wirklich überzeugen, weswegen er dann über weitere im Haus nachdenkt. Zugegeben: einfach ist das bei der deutschen Versicherungs-Überversorgung sicher nicht.

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