Allianz Mehr Mitsprache für Großaktionäre

Großaktionäre der Allianz haben künftig mehr Einfluss bei der Entscheidung über Zukäufe. Der Kapitalrahmen wird um fast zwanzig Prozent verringert.
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Der Konzern aus München ist Europas größter Versicherer. Quelle: Reuters
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Der Konzern aus München ist Europas größter Versicherer.

(Foto: Reuters)

MünchenDie Allianz lässt ihre Aktionäre bei großen Übernahmen künftig stärker mitentscheiden. Europas größter Versicherer will sich auf der Hauptversammlung einen kleineren Kapitalrahmen als bisher einräumen lassen, wie aus der Einladung hervorgeht, die am Donnerstag veröffentlicht wurde. Danach kann die Allianz das Kapital - etwa zur Finanzierung von Zukäufen - nur noch um 28,6 Prozent erhöhen, ohne die Anteilseigner um Zustimmung zu bitten. Bei größeren Kapitalerhöhungen müsste eine neue Hauptversammlung einberufen werden. Bisher lag der Kapitalrahmen bei 47 Prozent.

Die Allianz trägt damit dem wachsenden Widerstand großer Fonds und anderer Kapitalanleger gegen große Blankoschecks zur Finanzierung möglicher Übernahmen Rechnung. Doch auch mit der neuen Genehmigung, über die am 9. Mai abgestimmt wird, könnte der Versicherungskonzern zum aktuellen Kurs ohne weiteres fast 25 Milliarden Euro frisches Kapital einsammeln.

Dem Nachbarn Münchener Rück drohte wegen eines zu großzügigen Vorratsbeschlusses bereits im vergangenen Jahr eine Abstimmungsniederlage auf der Hauptversammlung. Verhindert wurde sie damals durch eine Selbstverpflichtung des Rückversicherers, das Kapital nur um maximal ein Drittel zu erhöhen, ohne die Aktionäre zu fragen.

Ihren Kapitalrahmen ausgenutzt hatten weder Münchener Rück noch Allianz in den vergangenen Jahren. Allianz-Chef Oliver Bäte liebäugelt aber immer wieder mit größeren Zukäufen. Investoren fordern zunehmend, auch in Deutschland bei Großfusionen gefragt zu werden, wie es in angelsächsischen Ländern üblich ist. Der Unmut hatte sich an der Übernahme von Monsanto durch Bayer entzündet, die der Leverkusener Chemiekonzern so konstruiert hatte, dass seine Aktionäre darüber nicht abstimmen konnten. Ähnlich war es bei der Fusion von Linde und Praxair.

Über mehr Geld dürfen sich Allianz-Aufsichtsratschef Michael Diekmann und seine elf Kollegen freuen. Die Vergütung für das Gremium soll um 25 Prozent angehoben werden, wenn die Aktionäre zustimmen. Diekmann bekäme dann 250.000 Euro Grundvergütung im Jahr, normale Aufsichtsräte die Hälfte. Bisher hatte das Dax-Schwergewicht seinen Aufsichtsräten unterdurchschnittliche Vergütungen bezahlt.

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