Allianz und Co.
Versicherer auf neuen Wegen

Wohin mit den Kundenprämien? Die niedrigen Zinsen am Kapitalmarkt belasten die Versicherer. Auf der Suche nach Anlagealternativen vergeben sie deshalb jetzt auch Kredite – oder investieren in Solarparks.
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FrankfurtWenn ein Unternehmer einen Kredit benötigt, dann geht er zu seiner Bank. Oder zur Allianz. Die Münchener, die circa 450 Milliarden Euro verwalten, sind einer der Versicherer in Deutschland, die auch Darlehen an Unternehmen vergeben – insgesamt mehrere Milliarden Euro.

Auch andere Versicherer sind ins Geschäft mit Unternehmenskrediten eingestiegen. Die Statistiken des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft GDV zeigen, dass die Erstversicherer knapp ein Prozent der Gelder in Darlehen an Unternehmen investieren – rund zehn Milliarden Euro. Immerhin ist das doppelt so viel, wie die größte deutsche Sparkasse, die Haspa in Hamburg, an Geschäftskrediten vergeben hat.

Die Chancen stehen gut, dass Versicherer künftig sogar noch mehr Unternehmenskredite vergeben. Denn strengere Aufsichtsregeln werden dazu führen, dass Banken restriktiver bei der Kreditvergabe werden, prognostizieren Experten – gerade bei langfristigen Darlehen. Zugleich suchen die Versicherer nach alternativen Anlagemöglichkeiten für ihre Kundengelder. Bislang stecken die meisten Prämieneinnahmen in festverzinslichen Wertpapieren, beispielsweise in Pfandbriefen oder Anleihen von Unternehmen oder Staaten. Doch die Zinsen sinken, und was ist schon wirklich sicher?

„Die Krise wird zu Verschiebungen beim Anlageverhalten führen“, sagt Eva Dewor, Geschäftsführerin und Versicherungsexpertin bei der Unternehmensberatung Accenture. Wahrscheinlichstes Szenario: Die Versicherer halten künftig weniger Staatsanleihen und investieren die frei werdenden Gelder in verschiedene Anlageklassen. Damit könnten auch bisherige Randbereiche wachsen. Schon heute geben Versicherer Darlehen an Unternehmen oder Häuslebauer, eröffnen Solarparks oder kaufen Stromtrassen.

„Als Versicherer sind wir vor allem an langfristigen und hochqualitativen Geschäften interessiert“, sagt Thomas Schneider, der bei der Allianz das Geschäft mit den Unternehmenskrediten verantwortet. Unternehmenskredite sind für die Versicherer besonders dann attraktiv, wenn die Bonität des Schuldners gut ist. Schließlich haben sie selbst viele langfristige Verpflichtungen, beispielsweise Lebensversicherungen, die erst in einigen Jahrzehnten fällig werden.

Die Schuldscheindarlehen der Allianz haben üblicherweise eine Höhe von mindestens fünf Millionen Euro, bei den Kunden handelt es sich um Unternehmen mit einem Umsatz ab 500 Millionen Euro. Die Schuldscheine laufen über drei bis zehn Jahre und haben einen festen Zinssatz. Schneider sieht Vorteile für beide Seiten: Für die Unternehmenskunden würden die langlaufenden Papiere Verlässlichkeit bedeuten, für die Versicherungskunden könne dauerhaft eine attraktive Rendite gesichert werden.

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Kommentare zu " Allianz und Co.: Versicherer auf neuen Wegen"

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  • Sorry aber wasn das für ein schwachsinniger Kommentar?

    Als ob sie von ihrer Ausbildung her nachvollziehen können, dass die Allianz große Probleme hat. Schon mal ne Bilanz gelesen?

    Ist doch gut dass die Versicherer neue Wege gehen um das Kapital der Kunden anzulegen, das zeigt doch dass sich die Versicherungen ihrer Verantwortung bewusst sind!

  • Die Allianz hat eigentlich grosse Probleme und darauf steigen heute die Aktien um derzeit mehr als 7 Prozent. Ich kaufe jetzt ein Los bei EuroMilliones - 66 Millionen zu gewinnen. Dagegen sieht das Gluecksspiel beim DAX alt aus. Okay, die Wahrscheinlichkeit beim DAX ist groesser 1:2 oder so, aber die Gewinne nach Abzug der Spesen sind auch minimal.

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