Allied Irish Bank
Rekordverlust und Stellenstreichungen

Die Allied Irish Bank Mitarbeiter zittern vor einer Entlassungswelle. 2.000 der insgesamt 15.000 Arbeitsplätze sollen abgebaut werden. Gleichzeitig verkündet das Institut den höchsten Verlust seiner Geschichte.
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Dublin

Der Großteil des Jobabbaus solle auf freiwilliger Basis erreicht werden, kündigte AIB-Chef David Hodgkinson am Dienstag an. Für 2010 wies das Institut mit 10,4 Milliarden Euro den höchsten Verlust in seiner Geschichte aus - mehr als das Vierfache als ein Jahr zuvor. Das nur mit Staatsmitteln und EZB-Notkrediten vor der Pleite bewahrte Institut hofft, 2012 zumindest operativ wieder auf schwarze Zahlen. Hodgkinson will den "kollektiven Wahnsinn" der im Zuge der globalen Finanzkrise geplatzten irischen Immobilienblase dann hinter sich haben.

Der Arbeitsplatzabbau soll auf 2011 und 2012 verteilt werden. Die Bank beschäftigt mehr als 15.000 Menschen in Irland und Großbritannien. Im Zuge der Fusion mit der ebenfalls verstaatlichten Bausparkasse EBS Buildung Society seien dann keine größeren Stellenstreichungen geplant, erklärt Hodgkinson. Der Staat will den Bankensektor radikal schrumpfen, der das einst wachstumsstarke Land in die Rezession gerissen hatte: Von den einst sechs großen Instituten bleiben dann nur noch zwei. Nach den Vorstellungen der Regierung in Dublin soll die AIB künftig eine von zwei irischen Großbanken sein.

Bank Chef: Immobilien-Boom führte zu "kollektiven Wahnsinn"

Der einstige Börsenliebling steht neben der Anglo Irish Bank als Paradebeispiel für die Kasino-Mentalität während der Boomphase der Hypothekenkredite. "Damals gab es fast einen kollektiven Wahnsinn, jeder wurde verrückt und dies für eine sehr lange Zeit", sagte Hodgkinson. Das größte Loch in die Bücher riss eine Belastung über sechs Milliarden Euro wegen fauler Kredite. Die Bank geht davon aus, dass sie mit dem Rekordverlust den Tiefpunkt in der Bilanz erreicht hat. Fraglich sei aber, ob auch schon der Höhepunkt in der Kreditkrise überschritten sei. Immerhin habe der jüngste Stressttest für die irische Bankenbranche den Kapitalabfluss vorerst gestoppt. Der Markt habe etwas beruhigt werden können. Es sei aber noch zu früh, um daraus einen Trend abzulesen. 2010 hatten Anleger bei der Bank über 22 Milliarden Euro abgezogen.

Die Konjunkturaussichten sind nicht gerade rosig. Erst am Montag hatte der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Wachstumsprognose auf nur noch 0,5 von 0,9 Prozent gesenkt. Der irische Staat musste den Bankensektor mit 70 Milliarden Euro stützen. Die immensen Kosten der Krise zwangen das Land letztlich zur Flucht unter den Euro-Rettungsschirm.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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