AMB-Tochter folgt Branchentrend Volksfürsorge spart beim Personal

Der Versicherungskonzern AMB Generali greift bei seiner Tochter Volksfürsorge (Vofü) rigoros durch, um die Ertragslage zu verbessern. Danach soll der Hamburger Lebensversicherer bis Ende 2008 rund 460 seiner 6 100 Vollzeitstellen abbauen. Betroffen hiervon ist vor allem der Vertrieb.
  • Gregory Lipinski

HAMBURG. „Wir haben ein Kostenproblem, das wir lösen müssen“, sagte Vofü-Vorstandschef Jörn Stapelfeld. Betriebsbedingte Kündigungen schloss er nicht aus. Begleitet wurden die Ankündigungen gestern von Protestveranstaltungen der Gewerkschaft Verdi.

Der neue Vorstandschef hat im Außendienst, wo rund 3 700 Mitarbeiter zum großen Teil mit befristeten Verträgen angestellt sind, seit Jahresanfang bereits eine massive Auslese betrieben. „Wir haben 700 Außendienstler durch leistungsfähigere Arbeitnehmer ersetzt“, sagte Stapelfeld. Der Grund: Viele Vertriebler hätten im vergangenen Jahr zu wenig Neugeschäft abgeliefert. Bereits 2005 habe die Volksfürsorge deswegen mehr als 130 Außendienstlern gekündigt. Die Volksfürsorge ist eine der größten Versicherungstöchter innerhalb der AMB-Generali-Konzerns.

Damit geht der Stellenabbau in der deutschen Versicherungsbranche weiter. Ausgelöst wurde der Personalabbau von der Allianz. Der Marktführer will rund 5 000 Arbeitsplätze abbauen. Die Konkurrenz zog nach. So wollen die Düsseldorfer Ergo-Gruppe rund 1 000 Stellen, Gerling/HDI 1 800 und Zürich Deutschland voraussichtlich 1 000 Stellen streichen. Die AMB-Gruppe ist nach der Allianz und Ergo der drittgrößte deutsche Erstversicherer. Zu dem Unternehmen gehören die Aachen-Münchener, Cosmos Direct, Central und Advocard.

Die Maßnahmen der Vofü sind Teil des konzernweiten Sparprogramms „Move“. So will der AMB-Konzern in den nächsten beiden Jahren rund 1 500 Stellen streichen. Damit sollen die Kosten um rund 200 Mill. Euro gesenkt werden, um den Ertrag ab 2008 auf 450 Mill. Euro zu steigern. Trotz der Ertragsverbesserung empfehlen Analysten, die Aktie der AMB Generali zu verkaufen. „Wir sehen den fairen Wert für die Aktie bei 90 Euro und raten Anlegern weiter zum Verkauf“, sagte Ralf Dibbern, Analyst bei der Hamburger M.M. Warburg. Der Kurs der AMB Generali legte gestern leicht auf 108 Euro zu.

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