Andreas Schmitz
Bankenpräsident kritisiert die Sparkassen

Andreas Schmitz attackiert die Sparkassen. Der Präsident des Bankenverbands wirft den Instituten vor, einige Landesbanken in den Abgrund gestürzt zu haben. Auch im Privatkundengeschäft greift Schmitz die Sparkassen an.
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DüsseldorfDer Präsident des Bankenverbands, Andreas Schmitz, übt heftige Kritik an den deutschen Sparkassen. Schmitz, der auch Vorstandssprecher der Düsseldorfer Privatbank HSBC Trinkaus ist, tadelt vor allem die Beziehung von Sparkassen und Landesbanken. Die deutschen Sparkassen hätten „durch überzogene Renditeerwartungen, durch eine schlecht funktionierende interne Aufsicht und durch das Verhindern von neuen und nachhaltigen Geschäftsmodellen einige Landesbanken in den Abgrund gestürzt“, so Schmitz in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt.

Es erstaune ihn, dass in der öffentlichen Wahrnehmung die Landesbanken nur dann zu den Sparkassen gezählt würden, „wenn es bei der Kreditvergabe ausnahmsweise einmal gut aussieht“. 40 Prozent der Kredite der Sparkassen an den Mittelstand würden nur mit Hilfe der Landesbanken zustande kommen, schreibt Schmitz.

Dabei gehörten Landesbanken und Sparkassen doch ohne Zweifel zusammen. Wenn es um kritische Themen wie die Zerschlagung der WestLB gehe, würden die Probleme der Sparkassen aber ausgeblendet, bemängelt Schmitz.

In Sachen Mittelstandsfinanzierung nimmt der Bankenpräsident seine privaten Institute in Schutz. „Es sind nicht die Sparkassen, die den Export der deutschen Wirtschaft finanzieren, sondern das leisten zu 80 Prozent private Banken“, so Schmitz. Auch beim Privatkundengeschäft geht er hart mit den Sparkassen ins Gericht. Die Sparkassen würden oft die höchsten Dispozinsen verlangen und die höchsten Entgelte an Geldautomaten kassieren, kritisiert Schmitz.

Der Chef von HSBC Trinkaus greift die Sparkassen auch in Sachen Schrottpapiere an. Die Sparkassen Frankfurt und Hamburg gehörten zu den Instituten, „die die meisten Lehman-Zertifikate verkauft haben“, schreibt Schmitz. Sein Gastbeitrag ist eine Reaktion auf den Handelsblatt-Artikel „Deutschland, deine Sparkassen – eine Liebeserklärung“, der am 3. August 2012 erschienen ist.

Tobias Döring, Redakteur Unternehmen, Handelsblatt Online
Tobias Döring
Handelsblatt / Chef vom Dienst

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  • ach ja da hätte ich noch einen vergleich von dispozinsen
    meiner sp-kasse vom März 2011
    für mein guthaben auf dem girokonto über 60000.-€ bekam ich 0,25 %
    der sollzinssatz betrug zur gleichen zeit 19,25 %

  • Kunde seit über 60 Jahren bei der Sp-kasse und als Belohnung übelst betrogen worden. Der Gang zur Staatsanwaltschaft war bereits beschlossene Sache und nur durch einen Anwalt verhindert worden. Erpressung und mehr war mein Leben die letzten 20 Jahre, ein Dank an diese Betrüger.
    Alle wissen es, diese Sp-kassen haben es am schlimmsten getrieben und nur hinter vorgehaltener Hand bekommt man es bestätigt.
    Das Vertrauen in alle Banken ist vorbei und wird auch so schnell nicht wieder bestehen.Also meine Kinder und zahlreiche Enkel sind gewarnt für immer.

  • Ich kann ja verstehen, wenn Herr Schmitz eine Lanze für die Organisation bricht, deren Präsident er ist. Allerdings darf man nicht vergessen, das die in Amerika ausgelöste Krise ohne die Vielschichtigkeit unseres Bankensystems (Geschäftsbanken, Sparkassen, Raiba, Voba) für Deutschland sehr böse ausgegangen wäre. Im Wesentlichen die Sparkasse und Vobas haben mit Ihren "biederen" Geschäften den Super-Gau in Deutschland verhindert. Auf Ihre solide Stütze konnte sich das Finanzsystem verlassen. Die Schieflage der Landesbanken hat andere Ursachen. Denen ist die Umstellung von den ureigenen Aufgaben für die Bundesbank hin zum "Global Player" nicht bekommen. Aber auch hier haben größtenteils die Sparkassen selbst den Schaden aufgefangen. Ich vergesse auch nicht, wie vor einigen Jahren eine von den Geschäftsbanken und ihren Lobbisten in der EU ausgehende Kampagne gestartet wurde. Sie hatte das Ziel, den Namen Sparkasse und Ihre Struktur zu zerstören. Der Crash kam gerade noch zur "rechten" Zeit. Seit dem Leistungsbeweis der Sparkassenorganisation in der Krise ist die Kampagne vorerst zu Ende. Glücklicherweise besteht unser lebendiges bankensystem weiter.

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