Anforderung der Regulierer
Credit Suisse besinnt sich auf Schweizer Sicherheit

Die Credit Suisse wappnet sich für den Krisenfall. Die Großbank holt ihr Schweizer Geschäft zurück und bündelt es in einer heimischen Tochter. Das Institut dreht damit die Internationalisierung zurück.
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ZürichDie Schweizer Großbank Credit Suisse baut ihre Rechtsstruktur um. Um in einem Krisenfall das systemrelevante Geschäft weiter betreiben zu können, will die zweitgrößte Bank des Landes unter anderem eine Schweizer Tochtergesellschaft gründen. Die wichtigsten Teile des Programms sollen ab Mitte 2015 umgesetzt werden, teilte Credit Suisse am Donnerstag mit.
Das Schweizer Institut folgt damit dem Beispiel der heimischen Konkurrentin UBS. Mit den Plänen wollen die Banken die künftigen regulatorischen Anforderungen erfüllen. Beide Institute werden in der Alpenrepublik als systemrelevant eingestuft. Für sie gelten besondere Kapitalregeln.
Die Anforderungen an die Kapitalausstattung können die Banken herunterschrauben, wenn sie entweder ihr Geschäft schrumpfen oder sicherstellen, dass sie für die Schweizer Wirtschaft relevante Aufgaben auch in einer Krise weiter erfüllen können.
Dazu drehen die Banken die Internationalisierung zurück und werden regionaler. Die Credit Suisse trennt dazu ihr Geschäft in der Schweiz ab und bündelt es in der neuen Tochter. Diese umfasst die Bereiche Vermögensverwaltung, sowie das Geschäft mit Privat-, Firmen- und institutionelle Kunden.

Auch die Finanzdienstleistungen für andere Länder führt die Credit Suisse künftig über Regionaltöchter. So bündelt die Schweizer Großbank in London ihr europäisches Investmentbanking. Auch in den USA wird eine Tochter gegründet. Diese übernimmt neben dem US-Geschäft auch den US-Derivatehandel, den die Bank bislang über London abwickelte.
Neben der genannten Anpassung an die künftigen Vorschriften soll durch die Umstrukturierung „die Komplexität der Infrastruktur für das operative Geschäft der Bank deutlich reduziert und damit die Effizienz gesteigert werden“, hieß es in einer Mitteilung der Bank.
Das Programm sei vom Verwaltungsrat genehmigt worden, brauche aber noch die Zustimmung der Schweizer Finanzmarktaufsicht sowie der Behörden der jeweiligen Länder.

Sebastian Ertinger ist stellvertretender Redaktionsleiter der Handelsblatt Live App.
Sebastian Ertinger
Handelsblatt Live / Stellvertretender Redaktionsleiter
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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