Angeschlagene Bank
Frankreichen und Belgien stützen Dexia

Die griechischen Bonds haben das Finanzinstitut Dexia stark unter Druck gesetzt. Die Aktie stürzt ab, Frankreich und Belgien wollen die Finanzierung sichern.
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Paris/BrüsselDie Regierungen in Brüssel und Paris wollen die in Turbulenzen geratene französisch-belgische Bank Dexia notfalls mit einer Staatsgarantie absichern. In einer gemeinsamen Erklärung der zuständigen Wirtschaftsministerien beider Länder hieß es am Dienstag: „Im Rahmen der Dexia-Umstrukturierungen werden der belgische und französische Staat alle notwendigen Maßnahmen zur Absicherung von Anlegern und Gläubigern vornehmen.“ Dabei verpflichteten sie sich zu einer Garantie der von Dexia zu erhebenden Finanzierungen.
Dexia ist in Belgien, Luxemburg und Frankreich sowie über die Tochter Deniz-Bank in der Türkei aktiv. Das Kreditinstitut engagiert sich auch im Finanzierungsgeschäft öffentlicher Schuldner wie Kommunen. Nach Angaben der Ratingagentur Moody's ist Dexia weiterhin stark von kurzfristiger Refinanzierung abhängig und damit besonders anfällig für die sich verschlechternden Marktbedingungen für Banken infolge der Schuldenkrise. Am Montag hatte Dexia mitgeteilt, dass der Verwaltungsrat Vorstandschef Pierre Mariani zu einer Umstrukturierung aufgefordert habe. Altlasten würden zunehmend zu einer Bürde für das operative Geschäft.

Belgiens Premierminister Yves Leterme erklärte nach Angaben der Nachrichtenagentur Belga dem niederländischsprachigen Rundfunksender VRT: „Es gibt mehrere Möglichkeiten, wir erwarten einen konkreten Vorschlag des Verwaltungsrats und des Vorstandchefs von Dexia.“ An der Bank sind auch der französische und der belgische Staat beteiligt. Es wird an den Finanzplätzen in Brüssel und Paris weiter über eine Aufspaltung der Gruppe spekuliert - mit einer „Bad Bank“ (Abwicklungsanstalt) für die Altlasten. Konkret hat das Geldhaus dies noch nicht bestätigt.
Dexia hatte schon im Zuge der letzten Finanzkrise 2008 staatliche Hilfe gebraucht. Die Aktie verlor am Dienstagvormittag mehr als 20 Prozent an Wert. Das Papier hatte bereits am Montag um mehr als zehn Prozent nachgegeben, nachdem Moody's mit einer Herabstufung der drei wichtigsten operativen Einheiten von Dexia gedroht hatte.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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