Angeschlagene Bankia
Spanien hat eine neue „Bad Bank“

Die spanische Großbank Bankia braucht weitere Milliarden vom Staat - und übertrifft damit die schlimmsten Erwartungen. Um Geld in die leeren Kassen zu bringen, erwägt das Management einen Verkauf der Firmenbeteiligungen.
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MadridJetzt bekommt Spanien doch noch so etwas wie eine Bad Bank. Allerdings nicht ganz so, wie es sich Analysten und Ökonomen erhofft hatten: Die Banco Financiero y de Ahorros (BFA) und ihre Tochter Bankia, die viertgrößte Bank des Landes, werden Spaniens staatlichen Rettungsfonds FROB um eine Kapitalinjektion in Höhe von 19 Milliarden Euro bitten. Das ist etwa doppelt so viel wie erwartet und mehr als bisher der gesamte spanische Bankensektor an Staatshilfen erhalten hat.

Warum eine so große Kapitalspritze nötig wurde, das erklärte heute der Anfang Mai angetretene Chef von BFA-Bankia José Ignacio Goirigolzarri. Rund sieben Milliarden Euro muss die Gruppe aufbringen, um die neuen gesetzlichen Rückstellungen für Immobilienkredite zu erfüllen, die der Gesetzgeber dieses Jahr in zwei verschiedenen Dekreten eingeführt hat.

Des weiteren wurden Kredite an Bauträger, die bisher als normal eingestuft waren, nun als minderwertige Kredit klassifiziert, sowie refinanzierte Kredite an den Immobiliensektor stärker durch Rücskstellungen abgedeckt. Der physische Immobilienbesitz der Gruppe schließlich, also Immobilien von ausgefallenen Hypotheken oder solche Immobilien, die die Bank als Kredittilgungsmittel von finanzschwachen Bauträgern akzeptierte, wurden zu Marktpreisen bewertet. Diese drei Maßnahmen kosteten weitere drei Milliarden Euro.

Auch stellt BFA-Bankia bereits höhere Risikovorsorge in Höhe von 5,5 Milliarden Euro für Kredite an Familien und Nicht-Immobilienunternehmen bereit. Ein zusätzlicher Kapitalpuffer in Höhe von 2,8 Milliarden Euro schließlich soll die Gruppe zusätzlich vor künftigem Unbill schützen. Nach vollzogener Kapitalinjektion wird die Gruppe ein Kernkapital von 9,8 Prozent haben. Die teure Sanierung wird so zumindest eines bewirken: BFA-Bankia dürfte danach die krisenresistenteste Bank Spaniens sein.

BFA war 2010 aus dem Zusammenschluss von sieben Sparkassen hervorgegangen, ein Jahr später brachte sie einen Minderheitsanteil der neugegründeten Tochter Bankia an die Börse. Anfang Mai diesen Jahres hatte der Staat die Kontrollmehrheit sowohl an BFA und damit auch an Bankia übernommen. Die Verstaatlichung war nötig geworden, da Wirtschaftsprüfer Deloitte die Unterschrift unter die Jahresbilanz von BFA wegen eines milliardenschweren Kapitaldefizits verweigerte. Damit hatten sich monatelange Gerüchte bewahrheitet, dass die Gruppe die Last ihrer faulen Immobilienkredite nicht allein würde schultern können.

Bei der gestrigen Verwaltungsratssitzung, die den milliardenschweren Antrag an den Rettungsfonds FROB beschloss, wurde auch wie von der Regierung verlangt der gesamte Verwaltungsrat erneuert - abgesehen von dem gerade neu eingesetzten Präsidenten, dem erfahrenen Banker José Ignacio Goirigolzarri. Die Zahl der Verwaltungsräte reduziert sich von bisher 18 auf künftig zehn.

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  • Die ganzen Banken"rettungen" auf Kosten des normal arbeitenden und verdienenden Bürgers zeigen das ganze Ausmaß des Versagens der gegewärtigen ökonomischen "Wissenschaft" und ihres antiquiert verengten Inflationsbegriffes. Mir ist es aber egal, ob das Brot doppelt so teuer ist (klassische Inflation) oder ob ich aufgrund inflationierter Bankbilanzen, Immo- und Derivateblasen nur noch die Hälfte verdiene, weil der Staat mir den Rest über Steuern zur Bankenrettung abknöpft.

  • @Baier

    In Deutschland gibt es eine gut gut funktionierende Steuer(Abzock)verwaltung, trotzdem ist das "Prekariat" der Leidtragende. Was schliessen wir daraus Herr/Frau @Baier ??

  • Stimmt! Aber der Michel will das so. Deshalb waehlt er immer wieder die gleichen Versager anstatt mal ganz links, ganz rechts, Piraten oder auch die Tierschutzpartei zu waehlen. Erst wenn die Verraeter und Abkassierer von den Futtertroegen vertrieben werden besteht einen Chance das die ueberhaupt erst einmal anfangen nachzudenken was sie da machen.

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