Anklageschrift: Ex-BayernLB-Chefs boten zu viel für Hypo Alpe

Anklageschrift
Ex-BayernLB-Chefs boten zu viel für Hypo Alpe

Die ehemaligen Vorstände der BayernLB sollen eigenmächtig zu viel für die Hypo Alpe Adria geboten haben. Das geht aus der Anklage hervor. Auf eine nachträgliche Risikoabsicherung verzichteten die Vorstände demnach.
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MünchenBei dem verhängnisvollen Kauf der Krisenbank Hypo Alpe Adria haben die verantwortlichen Vorstände der BayernLB nach Ansicht der Staatsanwaltschaft eigenmächtig zu viel Geld auf den Tisch gelegt. Entgegen der Vereinbarungen hätten sie in den Kaufverhandlungen am 14. Mai 2007 mehr als 1,6 Milliarden Euro für die Bank geboten und die vorab vereinbarte Summe von 1,5 Milliarden Euro damit überschritten, wie sich aus der Anklage gegen ehemalige Vorstände ergibt.

Auf eine nachträgliche Absicherung gegen Risiken sollen die drei Vorstände, die an den Verhandlungen beteiligt gewesen sein sollen, dabei im Kaufvertrag verzichtet haben. Juristen seien erst später hinzugezogen worden, hätten dann aber keine Chance mehr gehabt, noch Schutzklauseln zu ergänzen. Wenig später wurden die Probleme der Österreich-Tochter für die BayernLB zum Problem und brockten ihr Milliardenverluste ein.

Am 27. Januar beginnt vor dem Münchner Landgericht der Prozess gegen den ehemaligen BayernLB-Vorstandschef Werner Schmidt und sechs weitere Ex-Vorstände. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen Untreue vor, weil sie sich beim Kauf der HGAA bewusst über Bedenken hinweggesetzt hätten.

Die Manager standen nach Auffassung der Anklage damals unter großem Druck aus dem Verwaltungsrat. Nach der gescheiterten Übernahme der österreichischen Bank Bawag im Jahr 2006 war es ein dringlicher Wunsch der Landesbank, eine andere Bank für die Expansion nach Osteuropa zu kaufen. Die Anwälte der Ex-Manager wollten sich bislang nicht äußern.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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