Anlageempfehlung
Anlegerschutz verunsichert Bankberater

Studie: Nur in einem Prozent machen Bankberater Geldanlagen zum Schwerpunkt im Gespräch.
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BerlinBankberater halten sich mit Anlageempfehlungen zurück. In ihrem „Qualitätsatlas Retailbanking 2010“ stellte das Münchener Institut für Vermögensaufbau fest, dass Bankberater bei Gesprächen mit Testpersonen nur in einem Prozent der Fälle das Thema Geldanlage zu einem alleinigen Schwerpunkt machten.

„Zugespitzt stellen wir fest, dass die Anlageberater alles tun, um keine Anlageberatung mehr zu machen“, urteilt der Geschäftsführer des Instituts, Andreas Beck. Die Bankmitarbeiter seien durch die verschärfte Anlegerschutzgesetzgebung verunsichert und empfehlen eher sichere aber renditeschwache Produkte wie Festgeld statt beispielsweise Aktienfonds. Das Institut führte 1.200 Beratungsgespräche bei 800 Banken in 172 Städten durch.

„Mich wundert nicht, dass sich Bankberater jetzt anders verhalten als vor anderthalb Jahren“, meint Herbert Jütten, Geschäftsführer beim privaten Bankenverband. Der Gesetzgeber habe den Berater schließlich in den Mittelpunkt der Regulierung gestellt. Schon sieht Beck die Gefahr, dass eine breite Bevölkerung von der Aktienanlage ausgeschlossen werden könnte.

Die Gefahr will Jütten nicht von der Hand weisen. „Der Anlegerschutz verfolgt ein ehrenwertes Ziel, das nicht konterkariert werden darf“, sagte er.

Kommentare zu " Anlageempfehlung: Anlegerschutz verunsichert Bankberater"

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  • Weshalb lamentieren denn die werten Bankberater so - setzen sich dafür ein, dass alle Beratungsgespräche auf Tonträger aufgezeichnet werden und gut ist es! Schlechte Beratungen durchführen, Kundeninteressen verkaufen, im Beschwerde- und Gerichtsverfahren lügen, dass sich die Balken biegen - und jetzt Trotzköpfchen spielen zeugt nicht von Charakterstärke!
    Die "Berater" sind Teil des Systems, nicht dessen Opfer

  • Ist das nicht das, was unsere Politiker und sogenannten "Verbraucherschützer" (und auch unsere Richter mit ihrer Rechtsprechung) wollen?
    Jeder Anlageberater wird sich hüten, noch eine Empfehlung für eine Wertpapieranlage auszusprechen. Immerhin haben Gerichte schon entschieden, dass sogar ausdrückliche Risikohinweise nicht ausreichen. Zitat (grob aus dem Gedächtnis) von einer erfogreichen Klägerin: "Klar habe ich die Risikohinweise gelesen und auch verstanden. Aber ich hätte doch nie erwartet, dass mir die XY Bank eine Geldanlage empfiehlt, bei der ich wirklich Geld verdienen kann".
    Wenn also ein Anlageberater davon ausgehen muss, dass jeer Kunde grenzdebil ist und nicht mal Risikohinweise versteht (und damit dann auch noch durchkommt), wird er auch keine Wertpapiere in seiner Anlageberatung mehr empfehlen. Natürlich muss er das dann konsequenterweise auch soweit ausdehnen, dass er von Schuldverschreibungen, Bundesschatzbriefen etc. des deutschen Staates abrät. Schließlich ist auch ein deutscher Staatsbankrott nicht 100%ig auszuschliessen. Und da natürlich auch die Bank selbst insolvent werden kann, darf er eigentlich auch keine Spareinlagen, Festgelder oder sogar das Liegenlassen auf dem Girokonto empfehlen. Letzte Chance: Dem Kunden all sein Geld auszahlen, ihn aus der Bank jagen (ggf. mit dem Tipp, sich in einem Bunker einzuschließen). Wenn das Bargeld dann geklaut wird (ggf. geraubt mit körperlichen Folgeschäden für den Kunden), dann ist das ja straf- und zivilrechtlich die Verantwortung des Räubers ...

  • Da ich selbst Bankberater bin, frage ich mich ernsthaft was hierbei noch erwartet wird, nachdem das Bafin verdeckte Ermittler, wie in der Prostitution- und Drogenszene, einsetzen, um ja den kleinen Berater packen zu können - schauen Sie sich einmal die Zielvorgaben der Berater an und dann entscheiden Sie, wer für das Disaster verantwortlich ist. Beobachten Sie auch, wie viele Beraterkollegen jede Woche beim Psychotherapeuten sitzen, um sich die Unterstützung für den Job zu holen. Diese Belastung des Gesundheitswesens sollten eigentlich die Verursacher bezahlen.

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