Anleihe-Rückkauf
Unicredit steigert Quartalsgewinn stark

Trotz einer steigenden Vorsorge für faule Kredite im Heimatland Italien, konnte die Großbank Unicredit ihren Quartalsgewinn stark steigern. Die Aktie legte an der Mailänder Börse um mehr als drei Prozent zu.
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MailandDie italienische Großbank Unicredit macht erste Anzeichen einer Verbesserung im rezessionsgeplagten Heimatmarkt aus. Unter anderem sei die Nachfrage von Firmen und Privathaushalten nach Krediten gestiegen, sagte Bankchef Federico Ghizzoni am Dienstag.

Die Einschätzung deckt sich mit den jüngsten Konjunkturdaten: Demnach kämpft sich Italien langsam aus der längsten Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg. Von April bis Juni schrumpfte die Wirtschaft zwar das achte Quartal in Folge, mit 0,2 Prozent aber nur halb so stark wie befürchtet. Zudem signalisiert der Aufwärtstrend in Industrie und Einzelhandel eine Rückkehr zu Wachstum in der zweiten Jahreshälfte. Die hohe Staatsverschuldung und die politische Instabilität nach dem Gerichtsurteil gegen den früheren Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi könnten die Trendwende jedoch noch vereiteln.

Die größte Bank des Landes wies dank Kostensenkungen und eines Anleihe-Rückkaufs zu lukrativen Konditionen einen überraschend stark gestiegenen Gewinn für das zweite Quartal aus. Der Überschuss verdoppelte sich auf 361 Millionen Euro. Analysten hatten lediglich mit 349 Millionen Euro gerechnet. Unicredit schrieb allein durch den Bond-Rückkauf einen Buchgewinn von 254 Millionen Euro. Die Aktie legte an der Mailänder Börse um mehr als drei Prozent zu.

Aber die Quartalsbilanz zeigte auch Bremsspuren. Wie beim lokalen Rivalen Intesa Sanpaolo stieg auch bei Unicredit die Risikovorsorge für faule Kredite - und zwar um satte 35 Prozent zum Vorquartal auf 1,7 Milliarden Euro. Faule Kredite gehören zu den größten Problemen der italienischen Banken, neben den riesigen Beständen italienischer Staatsanleihen.

Nach dem Verkauf des türkischen Versicherungsgeschäfts Yapi Kredi stieg bei Unicredit die Kernkapitalquote nach den neuen Basel-III-Regeln bis Ende Juni auf 9,72 Prozent von 9,46 Prozent Ende März.

Zahlen der Unicredit-Töchter HVB und Bank Austria werden am Mittwoch erwartet. Sie waren - angesichts der Rezession in Italien - zuletzt die Stützen der Gruppe. Bei der HypoVereinsbank in München ist das Investmentbanking gebündelt, in Österreich das Osteuropageschäft.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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