Anleihen mit Garantie: Deutsche Banken in den Startlöchern

Anleihen mit Garantie
Deutsche Banken in den Startlöchern

Mit staatsgarantierten Bankenanleihen wollen Deutschlands Banken neue Investoren gewinnen. Im Gespräch ist ein Volumen von mindestens einer Mrd. Euro. Die Soffin rechnet damit, dass die staatlichen Garantien bis Ende Januar stärker nachgefragt werden.

FRANKFURT/BERLIN. Der Markt für staatsgarantierte Bankenanleihen soll jetzt endlich auch in Deutschland in Schwung kommen, nachdem Banken in anderen Ländern seit Oktober schon Bonds mit Staatsgarantie über umgerechnet insgesamt 180 Mrd. Euro begeben haben. Banker rechnen damit, dass die Commerzbank möglicherweise schon heute eine Anleihe begibt, deren Zins- und Tilgungszahlungen durch die Bundesrepublik Deutschland abgesichert sind. Im Gespräch ist dabei ein Volumen von mindestens einer Mrd. Euro.

Die Verhandlungen über Hilfen des Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (Soffin) für die Dresdner Bank, die noch in diesem Monat von der Commerzbank übernommen werden soll, werden die Platzierung voraussichtlich nicht behindern. „Allein aufgrund ihrer schieren Größe und Bedeutung für das Finanzsystem dürfte sich die garantierte Anleihe der Commerzbank gut verkaufen lassen“, sagte ein Banker.

Spannend wird, welchen Preis die Commerzbank zahlen muss, um Investoren zu gewinnen. Gerüchten zufolge ist ein Renditeaufschlag von 0,25 bis 0,3 Prozentpunkten über den für Banken relevanten Swap-Sätzen zum Tausch fester gegen variable Zinsen geplant. Das würde im Rahmen dessen liegen, was britische Banken für ihre staatsgarantierten Bond berappen mussten. „Schon aufgrund des deutlich geringeren Budget-Defizits in Deutschland müssten Investoren für staatsgarantierte Bonds deutscher Banken niedrigere Risikoaufschläge verlangen“, meint Bernd Volk, Kreditstratege bei der Deutschen Bank. Die Strategen von Unicredit rechnen damit, dass deutsche Banken für dreijährige Bonds mit Bürgschaft je nach Institut mit Aufschlägen zwischen 0,2 und 0,35 Prozentpunkten zahlen müssen. Der dreijährige Swap-Satz liegt derzeit im Euro-Raum bei 2,97 Prozent. Insgesamt lagen die Risikoaufschläge für staatsgarantierte Bankenanleihen bislang zwischen 0,04 für französische und einem Prozentpunkt für australische Banken.

Der für die Garantievergabe zuständige Soffin kann für Bankenanleihen im Volumen von 400 Mrd. Euro bürgen. Die Anleihen dürfen maximal eine Laufzeit von drei Jahren haben und müssen bis Ende des Jahres platziert sein. Für die Garantie zahlen die Banken Gebühren von mindestens 0,5 Prozent der Emissionssumme bei Bonds mit Laufzeiten von unter einem Jahr.

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