Anteil an R+V WGZ begehrt Tafelsilber der DZ Bank

Die WGZ Bank strebt eine höhere Beteiligung an der lukrativen DZ-Bank-Tochter R+V-Versicherungen an. Außerdem signalisierte der Chef der genossenschaftlichen Zentralbank, Werner Böhnke, auf der Generalversammlung des Instituts die Bereitschaft, sich an der Grundkapitalerhöhung der DZ Bank im Herbst zu beteiligen.

FRANKFURT. Teilnehmer berichteten aber, Böhnke habe eine Einigung in Sachen R+V nicht als zwingende Voraussetzung für eine Kapitalerhöhung formuliert. „Es gibt aber schon den Wunsch, im Zuge der Kapitalerhöhung auch über dieses Thema zu sprechen“, hieß es im Eignerkreis der WGZ. Böhnke will, so heißt es, seinen Anteil an der R+V von 16 auf 20 Prozent heben, weil dies auch dem WGZ-Anteil an der Vertriebsleistung entspricht. Die Anteile will er der DZ Bank, die mehr als 70 Prozent hält, abkaufen.

Die notwendige Kapitalerhöhung der DZ Bank und das Verhalten der WGZ, die mit 6,7 Prozent an dem Frankfurter Institut beteiligt ist, stehen unter besonderer Beobachtung im genossenschaftlichen Finanzverbund. Denn im Februar hatte Böhnke im Aufsichtsrat der DZ Bank für einen Eklat gesorgt, als er als einziger gegen die damals beschlossenen Kapitalmaßnahmen gestimmt hatte.

Gestern zerstreuten viele Genossenschaftsbanker aus dem WGZ-Gebiet den Eindruck, Böhnke wolle die Kapitalnot der DZ Bank nutzen, um höhere Anteile an den lukrativen Verbundtöchtern abzupressen. Zudem bestätigten mehrere Teilnehmer der DZ-Aufsichtsratssitzung in dieser Woche, dass Böhnke dort keine entsprechenden Forderungen mit Blick auf die Kapitalerhöhung erhoben hätte. „Böhnke hat gesagt, er stütze das Sanierungsprogramm 2011 inhaltlich vollständig und hat es als wesentlichen Baustein dafür bezeichnet, dass er weiter an die DZ Bank glaubt“, berichtet ein Teilnehmer. Ein WGZ-Sprecher sagte, sein Institut habe sich in der Vergangenheit immer an Grundkapitalerhöhungen der DZ Bank beteiligt.

Das geplante Finanzpaket besteht aus einer Kernkapitalanleihe von 500 Mio. Euro, die bereits platziert wurde. Nun steht noch eine wichtige Grundkapitalerhöhung von 400 Mio. Euro aus, die im vierten Quartal erfolgen soll. Die genauen Eckdaten der Kapitalerhöhung sollen Ende Juli festgelegt werden.

Auf der WGZ-Veranstaltung selbst hatte Böhnke es ebenfalls vermieden, eine Einigung bei der R+V zur Bedingung zu machen. Teilnehmern zufolge hatte er zum einen in Aussicht gestellt, die DZ Bank zu stützen und zugleich gesagt, er könne sich auch vorstellen, den Anteil an der R+V zu erhöhen. Wenn in beiden Fällen eine Übereinkunft erzielt werde, benötige die WGZ Bank eine Kapitalerhöhung. Finanzkreisen zufolge, könnte diese ein Volumen im niedrigen dreistelligen Millionenbereich erreichen. Beobachter mutmaßen daher, dass eine stärkere Beteiligung an der R+V den WGZ-Eignern eine mögliche Kapitalerhöhung versüßen soll.

Die DZ Bank kommentierte die Vorgänge nicht. Im Umfeld der Bank hieß es zum Thema R+V, man könne über alles reden. Von einer grundsätzlichen Ablehnung oder Blockade-Haltung bei diesem Thema war nichts zu hören.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%